https://www.faz.net/-gxh-85ufk

Internetportal Beach Inspector : Strandgut, alles gut

  • -Aktualisiert am

Tretboote: El Arenal, Mallorca, 2009. Bild: Foto Dennis Orel / Oliver Kröning Verlag: avedition

Drei junge Berliner haben die Website „Beach Inspector“ gegründet. Auf dieser Strandsuchmaschine sollen bis 2017 14500 Strände klassifiziert werden.

          Ob es nun der Drang nach Sonne, Strand und Meer oder einfach nur eine zündende Idee war, Kai Michael Schäfer, Thomas Berndorfer und Anton Werner können sich seit November 2014 echte Beachboys nennen - und das ohne Strandbude und Sonnenliegenvermietung. Die drei Freunde sind die Gründer der Website Beach-Inspector.com, einem Portal, das die Strände der Welt vergleicht und dem Reisenden direkt ein Hotel bieten soll. Schäfer hat sich vor Jahren bei der Schneemenschen GmbH an der Gründung des „Schneehöhen“-Portals beteiligt. Jetzt macht er schon wieder ein Vergleichsportal, nur eben für warme Orte. „Unser Anspruch ist es, jedem Nutzer von Beach Inspector eine Strandsuchmaschine in die Hand zu geben, die sowohl optische, touristische und infrastrukturelle Gesichtspunkte als auch Lifestyle-Indikatoren berücksichtigt“, erklärt Schäfer. Das geht mittlerweile mit nur einem Klick auf der Beach Inspector Website. Ein romantischer, günstiger und einsamer Strand auf Fuerteventura kann hier nämlich mindestens genauso schnell gefunden werden wie ein Partystrand an der teuren Küste von Ibiza.

          Die drei jungen Männer von Beach Inspector haben laut ihrer eigenen Pressemitteilung die Vision, das „erste umfassende Informations- und Bewertungsportal für Strände“ weltweit zu werden und dabei sportliche Ziele: 14 500 Strände wollen sie bis zum Ende des Jahres 2017 auf dem Vergleichsportal in fünf Sprachen klickbar machen. „Wir waren schon auf Fuerteventura und Teneriffa und sind gerade mit der Erfassung von Ibiza und Formentera fertig geworden. Wir haben Oman erfasst, und jetzt geht es mit 18 Beach-Inspektoren nach Mallorca“, sagt Schäfer, während wir zusammen auf der sonnigen Terrasse mitten im Görlitzer Park sitzen. Beach Inspector reiht sich, nach Holidaycheck und Tripadvisor, in die Gruppe der Reisewebsites ein. Nur eben mit einem neuen Fokus: dem Strand. Bisher hat das nur einer gemacht: Stephen Leatherman alias Dr. Beach, der seit 25 Jahren schon die Strände der Vereinigten Staaten analysiert. Dabei sind 57 Prozent aller jährlich in Europa gebuchten Urlaubsreisen Strandurlaube. Das macht knappe 700 Millionen Reisende weltweit, die jedes Jahr die Strände der Welt bereisen. Umso besser, dass es jetzt jemand in die Hand nimmt, und das zunächst ganz anders als die anderen Vergleichsportale.

          Einheimische und Beach Inspektoren testen die Strände

          Holidaycheck und Tripadvisor leben von den Kommentaren der Nutzer, von den Empfehlungen der Reisenden und von Horror-Fotos, die andere Reisende abschrecken. Das gibt es bei Beach Inspector nicht, noch nicht. „Wenn alles erfasst worden ist, dann soll Beach Inspector genauso funktionieren wie ähnliche Touristikseiten. Auch bei uns wird es Bewertungen und Diskussionen, Bilder-Upload-Möglichkeiten, Einchecken am Strand und all diese Funktionen geben“, erklärt Schäfer. Statt der Kommentare gibt es bis jetzt Inspektoren, die die Strände der Welt testen. Wer motiviert, ambitioniert und sprachgewandt ist, der kann nach einer Woche Training in Kreuzberg den Landwehrkanal gegen die Meeresküste tauschen und bis zu zehn Wochen Teil des Inspektoren-Teams werden. Flug, Ferienhaus, Mietwagen, Vollpension und sogar ein kleines Taschengeld bekommen die Inspektoren für ihre Arbeit. Wenn dann morgens im Inspektor-Haus irgendwo in Spanien der Wecker klingelt, macht sich das Team der Inspektoren auf den Weg zum Strand. Ohne Handtuch, dafür mit Zettel, Stift und Kamera. 120 Datensätze haben die drei Gründer entwickelt. Dahinter verstecken sich noch einmal verschiedene Definitionen, die die Beurteilung der Strände noch genauer machen. Bis zu sechs Stunden am Tag arbeiten die Inspektoren an den verschiedenen Stränden, schreiben danach ihre Berichte und gehen am nächsten Morgen wieder los. „Es ist zwar ein super Job, aber es ist ein Job“, sagt Anton Werner. Wer also denkt, er könne sechs Stunden lang am Strand Mojitos trinken, der ist bei Beach Inspector falsch.

          Weitere Themen

          „Alle waren auf Ecstasy“ Video-Seite öffnen

          Prozess um Prügelattacke : „Alle waren auf Ecstasy“

          Vier junge Asylbewerber sollen in Amberg prügelnd durch die Straße gezogen sein. Drei aus Afghanistan stammende Beschuldigte kommen mit Bewährungsstrafen zwischen sechs und 13 Monaten davon. Der aus Iran stammende Hauptangeklagte muss länger ins Gefängnis.

          Topmeldungen

          Weiterer Rückschlag : Ministerin aus Mays Kabinett tritt zurück

          Die britische Ministerin für Parlamentsfragen, Andrea Leadsom, ist zurückgetreten. Leadsom begründete ihren Rücktritt mit den Plänen von Premierministerin May, über ein zweites Brexit-Referendum abstimmen zu lassen.

          Wer drehte das Ibiza-Video? : Ein Wiener Anwalt und seine Mandanten

          Das heimlich aufgenommene Video, das die FPÖ-Politiker Strache und Gudenus die Karriere kostete und Österreichs Regierung zu Fall brachte, läuft inzwischen unter dem Rubrum „Ibiza-Gate“. Die Hinweise auf Mittelsmänner verdichten sich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.