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Reisegesundheit : Impfschutz in letzter Minute

  • -Aktualisiert am

Vor der Reise an den Impfschutz denken Bild: dpa

Auch bei Last-Minute-Reisen und kurzfristig angesetzten Geschäftsreisen ist gegen viele Tropenkrankheiten noch eine Vorbeugung möglich.

          2 Min.

          In letzter Minute gebucht, schnell die Reisetasche gepackt, hin zum Flughafen und ab in die Tropen. Keine Zeit, an die Gesundheit zu denken? Einige Impfungen sind auch kurz vor dem Abheben noch möglich - sogar am noch Flughafen. Doch die volle Schutzwirkung ist nicht immer gesichert.

          Eine der gefährlichsten Tropenkrankheiten ist Malaria. Allein im vergangenen Jahr erkrankten in Deutschland 918 Personen an dem Parasiten, 20 von ihnen starben. Grundsätzlich ist Malaria-Prophylaxe auch in letzter Minute möglich. "Eine späte Vorbeugung ist besser als gar keine", sagt Dr. Helmut Jäger, Leiter des Reisemedizinischen Zentrums des Bernhard-Nocht-Instituts in Hamburg.

          Auch gegen die Leberinfektion Hepatitis A, die sich Urlauber beim Genuss von verschmutztem Trinkwasser und ungeschältem Obst einfangen, können sich Tropenreisende in letzter Minute immunisieren lassen. Bereits nach zehn Tagen tritt ein ausreichender Schutz für sechs bis zwölf Monate ein. Schwieriger dagegen ist es mit der Impfung gegen Hepatitis B, die unter anderem durch Blut übertragen wird. Hier sind drei Injektionen im Abstand von sechs Monaten erforderlich, bei der Schnellimmunisierung immerhin noch im Abstand von 21 Tagen.

          Impfschutz mit Verzögerung

          Wer nach Afrika, Asien oder ins tropische Südamerika reist, der kann sich in letzter Minute gegen Gelbfieber impfen lassen. Allerdings muss die Immunisierung von einer autorisierten Impfstelle durchgeführt werden. Am Flughafen ist sie oft nicht mehr möglich. Dazu kommt, dass die Impfung erst nach zehn Tagen ihren vollen Schutz entfaltet. Außerdem treten nach der Impfung häufig grippeähnliche Symptome auf.

          Mit weniger Nebenwirkungen verbunden sind die Impfungen gegen Polio, Tetanus und Diphterie. Sie können in der Regel auch kurz vor der Abreise problemlos durchgeführt werden. Der Impfschutz tritt allerdings erst bis zu 14 Tage nach der Injektion in Kraft. Tropenmediziner raten dazu, nur in Ausnahmefällen auf die Last-Minute-Impfungen zurück zu greifen.

          Nicht nur, weil die Schutzwirkung erst nach einigen Tagen oder Wochen einsetzt. Für die Impfung ist auch eine umfassende reisemedizinische Beratung notwendig - und die sollte rechtzeitig vor dem Abflug eingeholt werden. Wichtige Aufklärung in Sachen Reisemedizin leistet auch das Internet. So können sich Tropenreisende auf verschiedenen Homepages über die Gesundheitsrisiken im Reiseland informieren. Den Besuch beim Arzt ersetzen aber auch diese Seiten nicht. Wer in der Abreisehektik trotzdem einmal eine Impfung vergessen hat, der sollte sich beim Essen an den Spruch "cook it, peel it or forget it" halten und sich vor Moskitostichen schützen. Denn auch Tropenärzte sagen, dass die beste Form der Prävention immer noch vorsichtiges Verhalten ist.

          Für den Notfall: Last-Minute-Impfservice am Flughafen Flughafen München, Medizinischer Dienst, Zentralbereich, Tel. 089/975-63300; Flughafen Düsseldorf, Betriebsärztlicher Dienst, Halle 4, Tel. 0211/907070; Flughafen Frankfurt, Ambulanz, Terminal 1, Tel. 069/690-66767; Flughafen Hamburg, Medizinischer Dienst des Deutschen Roten Kreuzes, Terminal 4, Tel. Airport Infoservice 040/5075-2645. Informationen: Tropeninstitut der Universität München, Leopoldstraße 5, 80802 München, Telefonhotline 089/33-3322, -6744 (Afrika), -6755 (Asien), -3369 (Amerika), Internet: www.fit-for-travel.de; Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Seewartenstraße 10, 20459 Hamburg, Telfonhotline 040/42818800, Fax 040/42818340, Internet: www.gesundes-reisen.de; Centrum für Reisemedizin, Hansaallee 321, 40549 Düsseldorf, Telefonhotline 0211/904290, Fax 9042999, Internet: www.crm.de; Weitere Informationen zum Thema Gesundheit auf Reisen finden sich auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes www.auswaertiges-amt.de und der Webpage des Robert-Koch-Instituts in Berlin: www.rki.de

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