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Asturien : Die Rettung Europas aus dem Geist der Höhle

  • -Aktualisiert am

Die Basilika von Covadinga ist der Heiligen Jungfrau geweiht, die der Legende nach auf der Seite der christlichen Kämpfer stand. Bild: Picture-Alliance

Am Anfang war das Wunder von Covadonga, dann die Reconquista. In diesem Jahr feiert das spanische Nationalheiligtum in Asturien ein dreifaches Jubiläum im Zeichen der Einheit Spaniens und der Identität des Abendlandes.

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          Die neoromanische Basilika erhebt sich stolz aus dem düsteren Tal und setzt sich mit ihrem rötlichen Sandstein von den dunklen Wäldern und grauen Felsen so strahlend ab, als wolle sie die Finsternis der Geschichte aufhellen und dem rechten Glauben heimleuchten. Auf der Esplanade vor der Kirche steht seit spätfranquistischen Zeiten Don Pelayo in Bronze auf seinem Piedestal, das Schwert in der einen Hand, die andere wie zum Gruß erhoben oder um den Weg zu weisen oder um zu schwören, das westgotische Hispanien zurückzugewinnen, dem Christentum abermals zu Glanz und Glorie zu verhelfen und den muslimischen Usurpatoren nie wieder Tribut zu zahlen. An dieser Stelle soll der Anführer gotischer Adliger und Steuerrebellen sowie asturischer Freischärler im Jahr 718 zum König Asturiens gekrönt worden sein.

          Darstellung der Schlacht von Covadonga.

          Wie viele seiner Mitstreiter war er beim Zusammenbruch des Westgotenreichs vor den Heerscharen des Propheten in den hohen Norden geflüchtet, wo das natürliche Bollwerk der kantabrischen Kordillere Asyl zu bieten versprach. Doch in Windeseile drangen die Horden aus dem Nahen Osten und Nordafrika bis zur Küste des Kantabrischen Meeres vor, und die gotischen Migranten aus den arabisch besetzten Gebieten sahen sich um ihre Hoffnung betrogen. In größter Not kürten sie Pelayo zum Caudillo ihrer Revolte und lieferten sich fortan mit den Besatzern einen Kleinkrieg, bis dem Damaskus unterstehenden Statthalter von al-Andalus der Kragen platzte und er den Guerrilleros ein ganzes Heer auf den Hals hetzte.

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