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Hotel Irma in Meran : Die Villa, die über den Dingen schwebt

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Zwischen Nostalgie und verschwenderischer Eleganz: Das Hotel Irma im Villenviertel Bild: Hotel Irma

Das Meraner Hotel Irma ist seit vier Generationen in Familienbesitz. Was als schlichte Pension begann, wurde zum anspruchsvollen Gesamtkunstwerk.

          Ein mit Schokolade und Minzblättern geschmückter Erdbeerkuchen ruht auf der großen Tafel im Haus. Neben ihm stehen Torten, Schalen mit Pfirsichscheiben, Kirschen und Waldbeeren, warmer Strudel, Gläser mit Tiramisu, mit Sahne und Erdbeeren gefüllte Schokoladenbecher. Auf der Terrasse duftet Kaffee. Eiswürfel klirren in Gläsern mit Holundersirup, Zeitungen rascheln. Mögen sich die Menschen unten in Meran über die Promenade und durch Altstadtgassen drängen, die Gäste oben sind allem Treiben entrückt. Lärm, Hektik, Unruhe – das alles gibt es hier nicht. Und je länger die Kaffeestunde dauert, desto unwahrscheinlicher erscheint die Möglichkeit, dass derlei überhaupt existiert. Das Hotel Irma liegt nicht nur über der Stadt, es steht auch über den Dingen.

          Das Ambiente dieses Refugiums in Merans Villenviertel bewegt sich zwischen Nostalgie und verschwenderischer Eleganz. Das Frühstück wird in einem Pavillon auf dem Dach des Haupthauses serviert, wo der Blick sich auf den achtzehntausend Quadratmeter großen Park mit Sommerfreibad, beheiztem Meerwasserbad, Rosen- und Kräutergarten öffnet. Im verglasten Gartenzimmer tafeln die Gäste im Grünen unter Kronleuchtern. Im Restaurant im Parterre wartet ein offener Kamin auf Grillgut, daneben stapeln sich Kochbücher und Bildbände. Die von Büchervitrinen gerahmte Bibliothek bietet mit Holzdielen, Kamin, Sesseln und dem Flügel für Konzertabende einen Anblick, bei dem einem die Berge glatt gestohlen bleiben können.

          In Naturtönen: Blick in eines der Zimmer.

          Südtirol ist heute, so ist lange schon bekannt, trotz seiner wechselvollen Geschichte ein von Sonne und Glück begünstigtes Land. Prachtvolle Bergpanoramen, eine Küche, die Nord und Süd miteinander versöhnt, großartige Weine und wirtschaftliche Stabilität machen das Leben angenehm. Im Vier-Sterne-Superior-Hotel Irma beweist nicht nur das Tortenbufett, dass sich der Ehrgeiz der Menschen in Südtirol selten darin erschöpft, das Bestehende zu erhalten. Die autonome Region hat sich auch deshalb als touristisches Schlaraffenland positionieren können, weil ihre Bewohner nicht nur darüber nachsinnen, wie alles noch schöner werden könnte, sondern Ideen unverzüglich Taten folgen lassen.

          Der Erbteil der Urgroßmutter

          Seit vierundneunzig Jahren ist das Haus ein Hotel. Irma Meister, die Urgroßmutter der heutigen Chefin Claudia Meister, bekam die 1898 erbaute Villa als Erbteil zu ihrer Hochzeit. 1924 eröffnete sie eine Pension mit zwanzig Betten und einem Bad. Seither ist viel Wasser die Passer hinabgeflossen, und Irma Meister hätte heute wohl Mühe, ihre Pension in dem Anwesen wiederzufinden. Neben dem Haupthaus gehören eine Gästevilla mit zwei Apartments und die Jugendstilvilla „Amore“ mit elf luftigen Suiten und einem Kochstudio dazu, außerdem eine verglaste Baumhaus-Suite und ein aus Afrika importiertes Luxus-Safari-Zelt mit Fußbodenheizung, Outdoor-Bad und einer großen Terrasse. Im Streben nach Perfektion bewies jede der Generationen so viel Kreativität, dass sich die Pension mit dem so bodenständigen Namen zum Gesamtkunstwerk entwickelte.

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