https://www.faz.net/-gxh-3gxz

Helsinki : Festung vor den Toren der Stadt

  • -Aktualisiert am

Ruhige Inselwelten vor der Küste Helsinkis Bild: Christian Nowak / SRT

Die Festung Suomenlinna war erst Bollwerk gegen den Kommunismus, dann gegen den Westen. Heute zählt sie zum Unesco-Welterbe und trumpft mit Museen, Galerien und idyllischen Gässchen auf.

          1 Min.

          Vom Marktplatz Kauppatori legt jede halbe Stunde das Boot zur Festungsinsel Suomenlinna ab. Der Ausflug in die nicht immer friedliche Geschichte der finnischen Hauptstadt dauert rund 30 Minuten, dann macht das Boot auf der ersten Insel, Iso Mustasaari, fest. Die mächtige Festung Suomenlinna, das "Gibraltar des Nordens" hat sechs Schäreninseln vor der Küste in Beschlag genommen. Heute leben hier rund 900 Menschen, unter ihnen viele Künstler, in einer friedlichen Idylle.

          Das Militär spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Seit den neunziger Jahren zählt Suomenlinna sogar zum Unesco-Weltkulturerbe. Suomenlinna gehört das ganze Jahr über zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Helsinkis. Auch wer nicht unbedingt ein Fan von militärischen Anlagen und Festungen ist, sollte der Insel einen Besuch abstatten.

          Die Festung: Zeugin langer Kämpfe

          Mit dem Bau der Festung wurde im 18. Jahrhundert begonnen, als Finnland noch zu Schweden gehörte. Damals wohnten in dem mächtigen Bollwerk gegen Russland sogar mehr Menschen als in Helsinki. 1808 griffen die Russen Suomenlinna an und eroberten die Festung trotz schwedischer Übermacht fast kampflos. So wurde das einstige Bollwerk gegen den Osten für mehr als 100 Jahre zu einer Festung gegen den Westen. Nach der Unabhängigkeit Finnlands im Jahr 1917 diente Suomenlinna als Gefangenenlager und Garnisonsstandort.

          Heute befinden sich auf den Inseln mehrere Museen und Galerien, die Palette reicht vom Küstenartilleriemuseum bis zum Puppen- und Spielzeugmuseum. Auch das einzige finnische U-Boot aus dem 2. Weltkrieg kann besichtigt werden.

          Ein original finnisches Bier rundet den Tag ab

          Mit Kopfstein gepflasterte Gassen und verschlungene Wege führen zu kleinen Parks und idyllischen Plätzen, zu Festungsmauern und Trockendocks. Selbst einen winzigen Sandstrand gibt es. Ansonsten laden zahlreiche felsige Buchten zu einem Bad ein, auch wenn das Wasser der Ostsee meist ziemlich kalt ist. Der Besuch eines Cafés oder Restaurants rundet schließlich den Ausflug nach Suomenlinna ab. Die Inselbrauerei befindet sich in der Nähe des Fähranleger, mit eigenem Pub, Restaurant und Sonnenterrasse.

          Weitere Themen

          Zuflucht bei Zikaden und Leoparden

          Luxushotel in der Toskana : Zuflucht bei Zikaden und Leoparden

          So schön kann der Schein sein: Hoch auf einem Hügel mitten in der Toskana liegt das Castello di Casole, das sich von einer Bauernherrschaft in ein Luxushotel verwandelt hat, ohne seine Vergangenheit zu verleugnen.

          Topmeldungen

          Krisenmanagement : Was man aus der Katastrophe lernen kann

          Nach der Flut mehren sich Stimmen, die fragen, wie man in Zukunft mit Katastrophen umgehen sollte. Es brauche moderne Tieflader, Bagger und Hubschrauber, sagt ein Krisenmanager. Das Kernthema bleibt aber das Training.

          Chinas Weg zur Weltmacht : „Der Osten steigt auf, der Westen steigt ab“

          Die größte Armee, die meisten Supercomputer: China drängt auf einen Platz an der Sonne und will zur Supermacht werden – doch viele fürchten sich vor dem mächtigen Aufsteiger. Für wen wird das am Ende gefährlich?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.