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Schweiz : Keine Grüße aus Grindelwald

Wirtschaftsfaktor Jungfraubahn: Der Bahnbetrieb ist der größte Arbeitgeber in der Region. Bild: Getty

Die Zahl ihrer Verehrer wurde der Schweiz an den schönsten Orten immer mehr zur Last. Jetzt ist alles anders. Manche finden das großartig, doch andere bedroht es in ihrer Existenz.

  • -Aktualisiert am
          8 Min.

          Vor dem Erfrierungstod mobilisiert der Körper die letzten Energiereserven und schickt eine Welle wohliger Wärme in die Gliedmaßen des Todgeweihten. Es ist ein Moment fast vollkommenen Glücks, bevor es zu Ende geht. In einem solchen Zustand am Übergang ins Unbekannte scheinen sich in der Schweiz all jene zu befinden, die mit Gästen von nah und vor allem von fern ihr Geld verdienen – in jenem Land, in dem der alpine Tourismus im vorletzten Jahrhundert erfunden wurde und das seine frühe Anziehungskraft nicht zuletzt bergsteigerischen Dramen auf eisigen Höhen verdankte.

          Einer von ihnen ist Bernard Müller, Eigentümer des Hotels Bären in Wilderswil und Präsident des Hoteliervereins Interlaken, dem Ort im Angesicht der 4158 Meter hohen Jungfrau, der dank Seen, Bergen, historischer Altstadt und Belle-Époque-Hotels nicht ohne Grund von sich behauptet, alle Schönheit der Schweiz auf einem Fleck zu bündeln. Dort sorgten Gäste aus Übersee noch 2019 für knapp sechzig Prozent der Übernachtungen, so viel wie nirgendwo sonst in der Schweiz. Diese Gäste gibt es nicht mehr. In Müllers 1706 errichtetem, urgemütlichem Fünfundvierzig-Zimmer-Haus spielten sie zwar nie eine große Rolle, trotzdem ist die Situation prekär: „Einen zweiten Lockdown“, sagt Müller, „überleben wir nicht.“

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