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Hoteleröffnung in Südtirol : Das ganz große Panoramakino

  • -Aktualisiert am

An Schlafen oder Dösen ist bei diesem Panorama nicht zu denken: Blick vom Hotelzimmer auf die Geislergruppe. Bild: Jochen Müssig

Südtirol wartet wieder einmal mit einer spektakulären Hoteleröffnung auf. Doch im Forestis stehen weder Spa noch Kulinarik im Vordergrund, sondern die Berge.

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          Sie haben sich gefunden. Sie, achtundzwanzig Jahre alt, Südtirolerin, Weltenbummlerin, heimatverbundene Visionärin mit kosmopolitischem Einfluss. Er, komplett bodenständig, Südtiroler vom Fuß bis zur Spitze, ein mächtiger Kerl, vor etwa 135 Millionen Jahren in der Kreidezeit groß geworden und einer der schönsten Berge der Alpen: Der Sass Rigais überragt alle anderen Gipfel der Geislergruppe mit seinen 3025 Metern. Und die achtundzwanzig Jahre alte Teresa Unterthiner schaut ihn sich am liebsten von gegenüber aus an: „Bei Sonnenaufgang vom Gabler“, sagt sie mit leuchtenden Augen, „da sind unsere Berge am schönsten.“

          Berge gibt es viele in den Alpen, insgesamt mehr als dreißigtausend, die einen Namen haben und vermessen wurden. Doch kaum eine Gipfelansammlung ist so wild, verzackt und eindrucksvoll wie die Geislergruppe, der Hauptdarsteller für Teresa Unterthiners neues Hotel-Refugium Forestis. Von allen zweiundsechzig Suiten aus sind die Berge im Breitwandformat zu bestaunen, denn zu den Spitzen hin gibt es über die ganze Breite der Räume ausschließlich bodenlange Glasfronten. Nur die beiden Zimmer im alten Haupthaus haben normal große Fenster. In diesem 1912 von der österreichischen Monarchie ursprünglich als Sanatorium geplanten Haupthaus fing alles an. Der Erste Weltkrieg verhinderte die Nutzung als Lungenheilanstalt, das Haus fiel in einen langen Dornröschenschlaf, den erst ein gewisser Alois Hinteregger ein knappes Jahrhundert später beendete. Der Vater von Stefan Hinteregger, dessen Lebenspartnerin Teresa Unterthiner ist, kaufte das Anwesen am Palmschoß unweit der Plose-Quelle und machte 2010 ein Hotel daraus. Stefan war in der Hotellerie in Hawaii unterwegs, Teresa in der Immobilienbranche in Schanghai, aber beide folgten dem Ruf von Alois, an diesem besonderen Ort etwas Besonderes aufzubauen. „Europa ist zweifellos die Wiege der Kultur. Aber man kann nicht sein ganzes Leben in der Wiege verbringen“, sagte einst Oskar Maria Graf. Doch muss man nicht zur Wiege zurück, wenn dort etwas Einmaliges entstehen kann?

          Privatpool auf dem Dach

          Man muss, das war keine Frage für die beiden. Da das Haupthaus aus Denkmalschutzgründen nicht erweitert werden konnte und betriebswirtschaftlich sechzig bis fünfundsechzig Suiten als nötig erachtet wurden, machten sich die Besitzer ans Brainstorming. „Die Bauherren wollten unbedingt einen eigenen Weg gehen. In jeden Raum sollten Licht und Energie dringen“, erinnert sich Architekt Armin Sader an die Herkulesaufgabe. Er hatte noch nie ein Hotel gebaut, und die Vorgaben waren nicht einfach: Diesem wunderbaren Ort auf 1800 Meter Höhe durfte so wenig wie möglich weggenommen werden, und zugleich sollten die Gäste die ganze Pracht der Natur sehen können. Und es sollte auf keinen Fall Südtiroler Lederhosen-Architektur entstehen. Sader legte trotzdem zwei Tannenzapfen auf den Tisch: „Wenn wir nicht in die Breite können, dann bauen wir in die Höhe.“ Das war die Lösung: drei Türme, die wie Baumstämme nach oben streben, mit maximal zweiunddreißig Metern jedoch nicht über die Baumkronen hinausschießen. Ohne die Türme hätte man dreimal so viel Fläche verbraucht und die Maxime „beste Sicht für alle“ nicht verwirklichen können.

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