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Flugverkehr : Macht Bordluft krank?

  • -Aktualisiert am

Passagiere fliegen oft - ohne es zu wissen - in Flugzeugen, die mit Insektiziden behandelt wurden.

          2 Min.

          Ob Linien- oder Charterflug: Flugreisende kommen vor allem bei Reisen in ferne Länder oft unwissend mit Insektengiften in Kontakt. Der Grund, warum das Bordpersonal die Kabine vor der Landung desinfiziert: Viele Staaten schreiben die Reinigung der Flugzeugkabine zwingend vor. Mancherorts genügt die Desinsektion in Abwesenheit der Passagiere vor dem Start und nach der Landung. Andere Länder verlangen die Reinigung der Kabine in Anwesenheit der Fluggäste bei geschlossenen Türen. Durch die Desinsektion sollen Krankheitsüberträger wie die Anopheles-Mücke abgetötet, das Einschleppen von Tropenkrankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber verhindert werden.

          Beim Sprühen vor dem Einsteigen der Passagiere und nach der Landung kommen die Fluggäste meist nur in geringen Dosen mit dem Insektengift in Berührung. Kritischer dagegen ist die so genannte "Blocks away"-Methode. Ein Crewmitglied geht vor der Landung durch den Passagierraum und versprüht das Insektizid im Anwesenheit der Fluggäste.

          Besprühte Ferienflieger

          Bei LTU beispielsweise wird der Boden der Kabine zirka 15 Minuten vor der Landung im Zielgebiet besprüht. Lufthansa desinfiziert derzeit nur "während der Bodenzeit, ohne dass sich die Passagiere an Bord befinden". Condor weist seine Passagiere durch eine entsprechende Ansage auf die Desinsektion hin. Momentan sprüht Deutschlands größter Ferienflieger auf Flügen nach Barbados, Jamaika, Kuba, Mauritius, Mexiko, auf die Seychellen und nach Tobago. Weitere Länder, die eine Desinsektion verlangen sind Ägypten, Argentinien, Australien, die Donminikanische Republik, Indien, Kenia, Namibia, Neuseeland, die Philippinen und Venezuela.

          Zwar desinfizieren die meisten Fluggesellschaften die Kabine mit dem bei Fachleuten als harmlos geltenden Wirkstoff Pyrethrum, der auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als unbedenklich eingestuft wird. Einige Passagiere reagieren aber selbst auf den natürlichen Chrysanthemen-Extrakt empfindlich. Betroffen sind vor allem Asthmatiker, Allergiker und Menschen, die unter dem Multiple Chemical Syndrom leiden. Die häufigsten Symptome sind Atemprobleme, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Hautausschlag bis hin zu Übelkeit und Erbrechen.

          Allergiker sollten sich informieren

          Da weder Reisebüro noch Airline den Passagier vor Reiseantritt über die Risiken informieren, raten die Verbraucherzentralen vor allem Allergikern, sich vor Antritt einer Fernreise bei der Fluggesellschaft zu informieren, auf welchen Strecken gesprüht wird und welches Mittel verwendet wird, um dann mögliche Vorsorgemaßnahmen treffen zu können. Die WHO empfiehlt empfindlichen Fluggästen, das Gesicht während des Sprühvorgangs mit einem Kleidungsstück zu bedecken, die Augen zu schließen und die Luft anzuhalten.

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