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Terminal : www.transsib

"Es ist Zeit, allerhöchste Zeit", sprach der Zar, und seine Untertanen machten sich ans Werk. Mehr als zwanzig Jahre nach den wegweisenden Worten Alexanders III. war es im Juli 1903 endlich soweit: Die Transsibirische Eisenbahn nahm ihren regulären Verkehr auf.

          "Es ist Zeit, allerhöchste Zeit", sprach der Zar, und seine Untertanen machten sich ans Werk. Mehr als zwanzig Jahre nach den wegweisenden Worten Alexanders III. war es im Juli 1903 endlich soweit: Der reguläre Eisenbahnverkehr zwischen St. Petersburg und Wladiwostok wurde aufgenommen, die Transsibirische Eisenbahn war geboren. Seither hat sie ein bewegendes Leben gehabt, und daß die Zahl ihrer Freunde und Verehrer während der vergangenen hundert Jahre ins Unüberschaubare gewachsen ist, kann man im Internet feststellen. Dort wimmelt es von Transsib-Fan-Seiten in allen Sprachen. Zu den besten deutschsprachigen gehört www.trans-sib.de, das Werk eines wirklichen Enthusiasten. Hier wird zum Beispiel der Streckenverlauf so minutiös beschrieben, daß sogar die jeweils eingesetzten Lokomotiven und zuständigen Bahndistrikverwaltungen Erwähnung finden. Ergänzt wird das von einer Unmenge Zahlen, Daten, Fakten, Fotos, Links, Wagenklassen, Preisen und Superlativen von den längsten Brücken bis zu den krummsten Kehren und dem einzigen, vollständig aus Marmor erbauten Bahnhof der Welt.

          Jakob Strobel y Serra

          stellvertretender Leiter des Feuilletons.

          Auch nicht schlecht ist die private Homepage eines jungen Augenoptikers aus dem Fränkischen (www.vogel-page.de), der die 9288-Kilometer-Reise von Moskau nach Wladiwostok selbst unternommen hat, sie auf seiner Page als virtuellen Dia-Abend nacherzählt und dabei dankbarerweise nicht mit Hintergrundinformationen jenseits der eigenen Befindlichkeit geizt. So erfährt man dies und das über die Geschichte der Strecke oder den genauen Fahrplan einschließlich der Länge der Aufenthalte in den Bahnhöfen - Achtung, in Zaozernava sind es nur zwei Minuten, und in Onohoi ist es sogar nur halb so lange. Noch mehr Reiseberichte im Tagebuchstil findet man in unterschiedlicher Ausführlichkeit auf Seiten wie www.global-writing.de, http://membres.lycos.fr/mochsner/transsib/startd.htm oder www.weltumrundung.de, während bei www.abenteuer-transsibirien.de der Schwerpunkt auf praktischen Fragen wie Reisevorbereitung, Visabestimmungen, Ausrüstung oder Hygiene und Verpflegung im Zug liegt. Und für all diejenigen, denen das viel zu oberflächlich ist, gibt es im Netz Hunderte anderer, allerdings meist auf kyrillisch verfaßter Websites über das russische Eisenbahnwesen, unter anderem die Online-Version der bekannten Fachzeitschrift "Shelesnodoroshnoje Delo" (www.railroads.ru), oder die sehr schöne Seite www.lkmt.chat.ru, die viel Wissenswertes über das Lokomitivdepot von Swerdlowsk-Passashirskij zu berichten hat.

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