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Thailand : Auf einer Wellenlänge

  • -Aktualisiert am

Phuket: Wellen, nur ganz normale Wellen Bild: F.A.Z. Reiter/h.o.

„Phuket is back!“: Im Jahr eins nach dem Tsunami ist Thailands größte und beliebteste Ferieninsel weitgehend wiederhergestellt und wartet auf die Wünsche der Gäste. Eine Hotelinspektion.

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          "Phuket is back!" prangt in Pink auf dem Cover des Reisemagazins "Destinasia". "Phuket: A massage for the world", titelt die "Bangkok Post" und widmet einer Aktion kollektiven Rückenknetens am Patong Beach eine ganze Seite. Und "Phuket. Welcome to Paradise", säuseln pastellfarbene Plakate entlang der Zufahrtsstraßen zum Flughafen Bangkok.

          Phuket, Thailands größte und beliebteste Ferieninsel, beschäftigt offenkundig Journalisten und Werber im ganzen Land. Einst versprach die Insel am Rand der Andamanensee mit postkartentauglichen Palmenstränden, einer Unterwasserwelt voller Geheimnisse und einem mehr als aufregenden Nachtleben den Himmel auf Erden. Bis am 26. Dezember 2004 die Hölle über sie hereinbrach, seitdem kämpft die Insel um die Wiedergeburt des Tourismus, ihrer wichtigsten Einnahmequelle. Der Tsunami traf Phuket nicht mit der gleichen Wucht wie beispielsweise Sri Lanka, doch auch hier starben Menschen in den Wassermassen, und auch hier fielen Gebäude wie Kartenhäuser in sich zusammen. Neben der Gewalt der Natur lernten Hoteliers und Einheimische vor allem die Macht der Medien zu fürchten: Internationale Fernsehsender, so klagen sie unisono, hätten keinen Unterschied zwischen Phuket und der ungleich stärker verwüsteten Küste von Khao Lak gemacht und die gesamte Region zum Katastrophengebiet erklärt. "Es war nicht nur der Tsunami, der uns Gäste weggenommen hat", heißt es häufig, "es waren auch BBC und CNN."

          Der Krisenmanager wird wieder Hoteldirektor

          Als die Belegungszahlen im Januar und Februar 2005 gegen null sanken, wurde so manches Hotel zur Notunterkunft oder Einsatzzentrale umfunktioniert. Aus dem "Evason Phuket" beispielsweise, das dank seiner Hanglage an der Südspitze der Insel fast unversehrt blieb, machte Resident Manager Claude Baltes eine Anlaufstelle für seine Landsleute aus Luxemburg und gründete dort eine Privatinitiative, bei der Luxemburger Patenschaften für Fischer auf Phuket übernehmen und ihnen neue Boote finanzieren können. "Wir wollten nicht auf langwierige politische Entscheidungen und Hilfe von oben warten", erinnert er sich, "wir wollten sofort handeln."

          Die Ruhe des Wassers: Empfangsbereich des „Evason”

          Sein Projekt läuft noch; doch inzwischen ist er vom Krisenmanager auch wieder zum Hoteldirektor geworden - das Haus ist fast ausgebucht, und ein überwiegend junges Publikum will an Land und auf dem Wasser unterhalten werden. Radtouren durch den Palmenhain, der auch zu einer brasilianischen Hazienda gehören könnte, Überfahrten zur privaten Badeinsel Bon Island mit Robinson-Flair, Kochkurse für die Freunde thailändischer Küche: Das "Evason Phuket" bietet fast alles - und alles in einer legeren Atmosphäre, in der man den Angestellten kleine Pannen schnell verzeiht, weil man sich ein bißchen wie bei guten Freunden fühlt. Wer hier Urlaub macht, mag naturnahes und innovativ-farbenfrohes Design lieber als polierten Luxus und Privatsphäre rund um die Uhr. So stört sich auch im zauberhaft gelegenen "Six Senses Spa" niemand daran, daß die Jalousien der Massagepavillons keinen wirklichen Sichtschutz bieten und man parallel zur eigenen Anwendung auch die in der Nachbarkabine miterleben kann - gemeinsam entspannt ist eben doppelt entspannt.

          Nur noch ein paar zerstörte Fischerhütten

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