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Neukaledonien : Die schwierige Liebe zum Stiefmutterland

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Der Zugang zum Meer ist auf wenige Strände beschränkt, die dafür umso schöner sind, denn sie bestehen aus feinstem weißen Sand, der in das Blau und Türkis einer Lagune übergeht. Palmenwälder, Palmenhaine und einzelne Palmen wachsen überall kreuz und quer entlang des Küstenstreifens. Nicht zu überbieten ist der Strand von Luengoni im Südosten der Insel: halbmondförmig, blendend weiß, dahinter ein Palmenhain, im Wasser zwei dekorative Inselchen. Wenn hier zwei oder drei Paddelboote unterwegs sein sollten, dann ist viel Betrieb; ansonsten trifft man vielleicht auf ein halbes Dutzend Melanesier, die im Schatten der Palmen nach Fischen Ausschau halten.

Tropische Wunderwelt im Garten

Das Landesinnere von Lifou ist noch einsamer und besteht vorwiegend aus Busch und Regenwald. Der Boden gehört ausnahmslos den kanakischen "tribus", er darf weder verkauft noch verpachtet werden. Die zehntausend Einwohner von Lifou versuchen, ihre melanesische Kultur zu bewahren, auch wenn sie sich manchen Errungenschaften der Gegenwart nicht verschließen. Symbol für eine höchst praktische Mischung aus Tradition und Moderne sind ihre Behausungen. Jede Familie besitzt eine der runden Hütten, die in Gemeinschaftsarbeit aus den Hölzern des Regenwaldes, aus Stroh und Palmblättern errichtet werden und die als Schlafräume dienen. Gewohnt, gekocht und gegessen hingegen wird in schlichten Häusern aus Holz, Stein oder Wellblech, von denen jede Familie ebenfalls eines besitzt. Das Innere dieser Häuser ist nach europäischen Maßstäben kahl und ungemütlich, aber wozu soll man vier Wände schmücken, wenn sie von einer tropischen Wunderwelt umgeben sind, die sich die Menschen in kühleren Breiten höchstens als Wandtapete oder Fotografie ins Wohnzimmer holen können? Die Gebäude sind fast immer umgeben von einem gepflegten Garten aus Rasen, Blumen und Nutzpflanzen, und in einiger Entfernung besitzt jede Familie eine kleine Parzelle für Yamswurzeln, Süßkartoffeln, Vanille und Avocados.

Der Tourismus ist auf Lifou bislang höchstens mit einem zögerlichen Blinzeln aus dem Schlaf erwacht. Die drei Hotels der Insel sind winzig, gehören der Provinzregierung und werden von Melanesiern verwaltet. Die beste und größte Anlage besteht gerade einmal aus dreißig Bungalows. Einen Hotelkasten am Strand wird es hier wohl so bald nicht geben. Lifou dürfte noch eine Weile ein rares tropisches Juwel bleiben, weil die Insel nicht nur weit entfernt liegt von den Metropolen dieser Welt, sondern weil es so aussieht, als ob die Einheimischen auch in absehbarer Zukunft sorgsam mit ihrem kostbaren Erbe umgehen werden.

Anreise: Air France fliegt mehrmals pro Woche im Codeshare mit der neukaledonischen Fluglinie Air Calin von Paris über Tokio oder Osaka nach Nouméa. Die Inseln Ouvéa, Lifou, Maré und die Île des Pins werden von der regionalen Linie Air Calédonie angeflogen. Einwohner der Europäischen Union benötigen zur Einreise nur einen gültigen Reisepass.

Unterkunft: In Nouméa findet man Hotels aller Kategorien, auf dem Land gibt es nur wenige komfortable Unterkünfte. Dort übernachtet man in Privatquartieren oder Familienpensionen. Auf den vorgelagerten Inseln gibt es einzelne Touristenhotels mit gutem Standard.

Klima und Reisezeit: Angenehme Temperaturen herrschen von April bis Juni und September bis November. Von Dezember bis März ist Regenzeit.

Information: Nouvelle Calédonie, c/o Eyes2market, Fasanenstr. 2, 25462 Rellingen, Telefon: 0 41 01/6 96 48 13, Internet: www.neukaledonientourismus.de.

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