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Malediven : Im Radler-Paradies

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Zu jedem Quartier auf der Hotelinsel Vilingili im Addu-Atoll gehört ein Fahrrad. Bild: IMAGO

Wie man an die schönsten Strände kommt? Ganz einfach: mit dem Fahrrad! Denn auf den Malediven kann man nun von Insel zu Insel hoppen. Die Idee dazu kommt aus Deutschland. Also aufsteigen und abtauchen!

          7 Min.

          Meistens kann er während der Dienstzeit mit seinem kleinen Sohn hinter dem Tankstellenhäuschen spielen gehen. Manchmal eilt er sogar kurz über die Straße zum Strand und watet schnell mal zur Erfrischung mit den nackten Beinen im Ozean, ehe irgendwann der nächste Kunde vorfährt. Denn viel los ist hier nie. Fahrzeuge zu Land sind rar, spritgetriebene noch seltener. Tankwart Samir führt auf Feydhoo  ein Arbeitsleben ohne Hektik.

          „Thilinfaru Engery“ steht in blauen Lettern auf weißem Grund an dem Dach über seinen zwei Zapfsäulen. Das Meer ist nach Osten 20 Meter von seinem Arbeitsplatz entfernt, und in alle anderen Richtungen sind es nicht mehr als ein paar hundert Meter. Nur ein paar Mal am Tag muss er in seinem orangefarben getünchten Kassenhäuschen mit den zerschlissenen Jalousien am Fenster verschwinden. Dann tippt er mal eben mitten in dieser Garten-Eden-Kulisse aus Kokospalmen und weißem Sand, aus Wasser im schönsten Grünblau wie aus der Duschgel-Werbung ein paar Zahlen ein und kassiert ab – weil gerade einer ein bisschen Zweitakter-gemisch in den Tank seines Mopeds gefüllt, jemand den Lieferwagen betankt oder seinem knallroten Sportwagen endlich wieder eine neue Treibstofffüllung gegönnt hat. Oder weil gerade wieder mal einer fragt, ob er sich mal eben eine Luftpumpe ausleihen könne. Oder Flickzeug.

          Das kommt immer öfter vor, seit sich die ersten Fahrrad-Urlauber auf die Malediven verirrt haben, seit Fremde das Addu-Atoll ausgerechnet auf zwei Rädern erkunden können, zwischendurch zum Baden anhalten, auf der Terrasse eines der eigentlich auf Einheimische ausgerichteten kleinen Restaurants an der Straße eine kühle Cola zischen – oder dort länger einkehren und frisch gegrillten Fisch auf Bananenstaudenblättern probieren. Oder eben bei Samir halten, weil der zuweilen scharfkantige Korallensand am Straßenrad den Fahrradreifen zugesetzt hat. Deshalb hat der Tankwart die Luftpumpe angeschafft. Er lächelt, wenn er sie durchs offene Fenster herausreicht und „Service“ und „my pleasure“ sagt.

          Rechts der Ozean, links die Palmen

          Samirs Tankstelle ist weit und breit nahezu konkurrenzlos, die Lage besonders verkehrsgünstig: direkt an der längsten Asphaltpiste der Malediven, der einzigen nennenswerten Straße der Republik im Indischen Ozean sogar, abgesehen von den im Schachbrettmuster angelegten kurzen Straßen des übervollen und engen Hauptstadt-Inselchens Malé. Fast durchweg winzige Eilande verteilen sich über ein Staatsgebiet, das der Größe Portugals entspricht und doch zu 99,5 Prozent aus Wasser besteht, aus herrlich warmem Wasser sogar. 1200 Inseln gehören zu den Malediven, 220 von ihnen sind bewohnt. Auf mehr als 100 weiteren Inseln befinden sich Ferien-Hotels, die meisten davon im Vier- oder Fünf-Sterne-Segment.

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