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Hotelpaläste : Die Debütantinnen dieses Sommers

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Drei Luxushäuser debütierten in diesem Sommer an der Küste des Mittelsmeers: In altem Glanz wiedereröffnet das Castillo Hotel Son Vida auf Mallorca; neu erbaut das Bay Hotel in Monaco; zum ersten Mal unter dem Namen "Oetker-Collection" auf den Bühnen der Welt das Le Chateau du Domaine St Martin in Vence.

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          Alle drei sind Töchter aus großzügigen Familienverhältnissen. Alle drei debütierten, standesgemäß ausgestattet, jetzt in diesen heißen Tagen als Sommerpalast: In altem Glanz restauriert und wiedereröffnet das Castillo Hotel Son Vida auf Mallorca; neu erbaut und nun in seiner ersten Hochsaison das spektakulär zwischen Sporting- und Beachclub auf aufgeschüttetem Land errichtete Bay Hotel in Monaco; zum ersten Mal unter dem Familiennamen "Oetker-Collection" auf den Bühnen der Welt das Le Chateau du Domaine St Martin in Vence.

          Den Debütantinnen ist gemeinsam, daß ihre Eltern, allesamt Konzerne mit verschiedenen Geschäftsfeldern und in Familienbesitz, die schönsten Hoffnungen mit diesen Töchtern verbinden, aber niemals auf den Gedanken kämen, von ihnen den schnellstmöglichen "Return of Investment" zu erwarten. Sich einem solchen Lieblingstöchterchen aus wohlhabendem Hause zu nähern kostet den Gast natürlich etwas - bei jedem einzelnen der drei etwa das gleiche mit Doppelzimmerpreisen, die zwischen drei- und vierhundert Euro beginnen. Was den Besucher dann erwartet, ist sehr unterschiedlich - und jedesmal genauso, wie es dem familiären Hintergrund des Hotelpalasts entspricht.

          Falsche Fährte

          Das trutzig zinnenbewehrte Gemäuer des Castillo Hotel Son Vida in einem Villengebiet oberhalb von Palma de Mallorca stammt aus dem dreizehnten Jahrhundert. Aber bedeutender, als Startschuß einer Karriere im internationalem Jet-set, die sie mit den Fotos von Onassis, der Callas und dem monegassischen Fürstenpaar auf der Einladung zur Wiedereröffnungs-Gala des Hotels im Juli fortzuschreiben suchte, ist der Public-Relations-Abteilung des heutigen Castillo-Hotels das Hoteldebüt der Burg im Jahr 1961. "Wer Mallorcas Luxus-Schloß in diesen Tagen erlebte, traf Fürst Rainier Austern genießend beim Muschel-Picknick im Park oder Gracia Patricia, wie sie ihre Reiseerinnerungen mit einer kleinen Kamera dokumentierte", steht im Hotelprospekt. Doch das führt auf eine falsche Fährte.

          Das mächtige mallorquinische Hotelschloß repräsentiert weder mallorquinischen Adel noch die Stippvisite der Monegassen und ihrer Entourage, sondern eine deutsche Erfolgsgeschichte, die zur Zeit des Wirtschaftswunders begann. So war die Party nach einjähriger Schließung jetzt auch kein mallorquinisches, sondern ein deutsches Ereignis und wurde folgerichtig vom deutschen Boulevard besprochen. Besitzer des Castillo-Hotels ist die Schörghuber-Unternehmensgruppe aus München, ein Familienunternehmen. Siebenundzwanzig Millionen Euro investierte die Familie jetzt allein in die Restaurierung und Ausgestaltung des Schloßhotels, das sie 1995 gekauft hatte, womit sie ein wechselvolles Hotelschicksal zu einem sicheren Ende führte. Heute ist das Castillo-Hotel Son Vida, das seinen Part "Luxus" auch mit gehobenen Tagungs- und Geschäftsreisen ausfüllen soll, Schlußstein eines "in Europa einmaligen ganzheitlichen Konzepts", wie der neue Generalmanager es formuliert, eines Resorts der Luxusklasse für unterschiedliche Gästekreise. Es umfaßt drei Hotels - Castillo Son Vida, Arabella Golf und Mardavall & Spa - sowie zwei - im nächsten Jahr drei - Golfplätze und neun Restaurants zu einer Urlaubswelt zusammen. Ein Schörghuber-Unternehmen, die Arabella Hotel Holding, stellt das Hotelmanagement.

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