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Dubai : Sieben Wunder für die Ewigkeit

  • -Aktualisiert am

Wahrzeichen einer neuen Welt: das Burj al-Arab Bild: picture-alliance/ dpa

Dubai baut sich mit Zukunftsglaube, Geschäft und einer neu erfundenen Vergangenheit die Neue Welt im Wüstensand. Kaum ein Tag vergeht ohne die Ankündigung eines Großprojekts.

          7 Min.

          Wir müssen unser Weltbild ändern

          Im Wüstensand von Dubai wird ein neues Kapitel der Menschheitsgeschichte begonnen, und die Losung zum Aufbruch in eine Neue Welt heißt nicht mehr „Go West“. Bei jedem Besuch sieht Dubais Skyline schon wieder anders aus, kaum ein Tag vergeht ohne die Ankündigung eines Großprojekts, das von neuem das Gesicht des Emirats verändern wird. Marina, Media- und Internet-City, Wissenschafts-Village, Finanzzentrum und Skilaufgebiet mit Chalethotel, klimagekühlt unter dem Dach der Riesen-Mall, die im Herbst eröffnen wird.

          Passend zum Strategieforum der Arabischen Staaten im Dezember gab Scheich Rachid bin Said al-Maktum, der visionäre - und ausnehmend gut aussehende - Herrscher, die Errichtung eines neuen Firmenzentrums mit Namen „Business Bay“ zur Ansiedlung internationaler Unternehmen bekannt. Und dem prachtstrotzenden Hotelturm Burj al Arab, dem ersten Symbol für Dubais Aufbruch in die Champions League der Weltenbauer, folgt nun der Burj Dubai. Das pfeilspitze Gebäude inmitten eines prestigeträchtigen neuen Stadtteils soll, wen wundert das noch, alle anderen Hochhaustürme des Planeten an Höhe übertreffen.

          Kein Märchen: Das größte Hotel der Welt
          Kein Märchen: Das größte Hotel der Welt : Bild: Emirates palace

          Eine komplette Altstadt

          Die geplanten oder schon im Bau befindlichen - natürlich aufsehenerregenden - Großprojekte im Wert von zehn Milliarden Dollar füllen Bände: Eine komplette „Altstadt“, der Wiederaufbau historischer Häuser, der Welt erstes Unterwasserhotel, das im nächsten Jahr öffnen soll, und schließlich Dubailand, das ehrgeizigste und teuerste aller Vorhaben, das fünf Milliarden Dollar verschlingen wird. Der touristische Megakomplex samt Autorennbahn für bis zu zweihunderttausend Besucher täglich soll auf keinen Fall die vergrößerte Neuauflage von Disneyland darstellen, sondern sich zum lebendigen Platz für Bevölkerung und Besucher entwickeln. Aber an Walt Disneys letzte, nur unzureichend mit „Epcot“ in Florida verwirklichte Vision einer globalen Kommune, wo Menschen aus allen Nationen gemeinsam das Paradies des Fortschritts vorleben sollten für den ganzen Planeten, denkt man doch.

          So viel wird gebaut, so viele Kräne stechen in den Himmel, daß Beton und Stahl langsam knapp und teuer werden. Dubai eilt jetzt doppelt schnell in eine Zukunft, die „erst einige sich vorzustellen beginnen“, kommentierte die „Gulf News“ und traf damit den Punkt. Der Andrang deutscher Unternehmer, Bundeskanzler Gerhard Schröder bei seiner Reise in sieben arabische Staaten zu begleiten, gilt bei denen, die schon in Dubai tätig sind, als ziemlich verspätet. Daß die so majestätisch wie archaisch in ihren blütenweißen langen Dishdashas einherschreitenden Herren der Wüste hier am Golf gerade dabei sind, ein Hongkong für die Region aufzubauen, nur viel spektakulärer als das Original, und sogar schon ein zweiter Großflughafen in Planung ist, paßt zu den Vorstellungen vom Leben in einem Scheichtum, und sei es öl-reich, nicht.

          „Bin Laden Group“

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