https://www.faz.net/-gxh-72yyg

Dominikanische Republik : Mit Hüftschwung im Friseursalon

  • -Aktualisiert am

Wer aber kommt in einer Gegend, die fast ausnahmslos vom Strandtourismus lebt, an einer verlassenen Kreuzung vorbei? Es seien die Zimmermädchen, Kellner und Gärtner, sagt Frank, die von Higüey aus vierzig Kilometer weit zu den großen Hotels in Punta Cana pendeln. Und diese Straße führt dorthin.

Das Mysterium der „Käsetablette“

Punta Cana, das ist genaugenommen nur ein kleines Dorf, hinter dem die Insel endet, aber weil dieser Name Palmen und Meer verheißt, schmückt sich ein ganzer Landstrich mit ihm. Heute ist Punta Cana die beliebteste Urlaubsregion des Landes. Neben zahlreichen kleineren Pensionen säumen rund vierzig große Hotels die Küste. Groß sind nicht die Gebäude, sondern die Gelände, auf denen sie stehen. Auf manchen von ihnen könnte man ein ganzes Dorf unterbringen, mitunter verkürzt eine kleine Bahn die langen Wege. Das „Royal Suites“ etwa gehört zu einer Anlage, auf der sich in der Hochsaison viertausend Urlauber verteilen, dazu kommen zweitausend Angestellte. Detailverliebter Luxus ist hier inklusive: Stets sitzt ein Butler im bepflanzten Innenhof, auf dem Himmelbett im Zimmer liegt eine Batterie verfügbarer Kopfkissen, daneben eine Badewanne mit Whirlpool-Funktion, die Handtücher zu Schwänen drapiert. Dem Anschein nach eine perfekte Welt, deren einziger Schönheitsfehler das Wort „Käsetablette“ ist, das sich in die deutsche Speisekarte geschlichen hat. Mit der Welt draußen hat das hier drinnen nichts zu tun.

Obwohl, ein bisschen schon, denn an der Poolbar läuft „Soberbio“, jene Pop-Bachata aus dem Car Wash. Die Lautsprecher sind als Steine am Wegrand getarnt, die Anlage ist diesmal nicht bis zum Anschlag aufgedreht. Romeo Santos singt so leise, dass man jedes Wort eines texanischen Touristen verstehen kann, der im aufblasbaren Schwimmreifen im Pool dümpelt und über das harte Leben zu Hause klagt. „Soberbio“ geht sogar völlig unter, als ein Urlauber immer wieder „Hello, cerveza!“ über den Tresen blökt.

Eine Polonaise zum guten Schuss

Besonders die Deutschen verlangten nach Ruhe, sagt Octavio Subervi, einer der Hotelmanager. Die Diskothek liegt dementsprechend am anderen Ende der Anlage. Salsa, Merengue und Bachata wummern in die Nacht, und weil sich nur ein paar Urlauberinnen zu tanzen trauen, halten die meisten Animateure eine Animateurin im Arm. Viele Drinks später, als wummeriger House den Paartänzen ein Ende setzt, überlassen sie den Touristen das Parkett. Nun tanzen die Gäste, ein jeder für sich. Bis der interkulturelle Kompromiss gefunden ist, dauert es noch eine Weile. Dann, der Abend ist weit fortgeschritten, erklingt ein Remix von „Don’t Worry, Be Happy“. Man einigt sich auf eine Polonaise. Und alle machen mit.

Die Rhythmen der karibischen Inseln

Anreise: Zum Beispiel mit Air France über Paris nach Santo Domingo und nach Punta Cana. Hin- und Rückflug in die Hauptstadt kosten etwa 1150 Euro. 

Unterkunft: In Santo Domingo zum Beispiel im Guest House El Beaterio inmitten der kolonialen Altstadt mit lauschigem Innenhof. Doppelzimmer mit Frühstück ab 77 Euro, im Internet: www.elbeaterio.com. Oder etwas außerhalb im Fünfsternehotel Dominican Fiesta, Doppelzimmer mit Frühstück ab 98 Euro, im Internet unter der Adresse www.fiestahotelgroup.com. In Punta Cana zum Beispiel in den Royal Suites Turquesa, Doppelzimmer ab 180 Euro all inclusive. Im Internet unter ww.royalsuitesturquesaresort.com.

Weitere Informationen erteilt das dominikanische Fremdenverkehrsamt, Telefon: 069/91397878, im Internet unter www.godominicanrepublic.com.

Weitere Themen

Am Haus des Friedens wird hart gearbeitet

Daressalam : Am Haus des Friedens wird hart gearbeitet

Daressalam ist seit der Kolonialzeit das wirtschaftliche Zentrum Tansanias. Die Stadt wächst und wächst, offensichtlich ohne Ende, und die Träume vor allem ihrer jungen Bewohner sind genauso grenzenlos.

Topmeldungen

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.