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Beirut : Da geht die Sonne auf

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Die beste Partystadt der Welt: Nicht mehr von Bomben und Krieg ist in Beirut die Rede, sondern von rasanten Clubnächten und stylischen Hotels Bild: AFP

Beirut boomt und wird als beste Partystadt der Welt gepriesen. Doch auch tagsüber gibt es viel zu entdecken. Ein Spaziergang vom eher muslimisch geprägten West-Beirut in den christlichen Osten der Zwei-Millionen-Stadt.

          Die Nachrichtenlage hat sich geändert. Nicht mehr von Bomben und Krieg ist die Rede, sondern von rasanten Clubnächten, der feinen libanesischen Küche und stylischen Hotels. CNN feiert die libanesische Hauptstadt als beste Partystadt der Welt. Was aber erzählt Beirut von sich, wenn die Clubs und Bars die Türen geschlossen haben? Wie geht es der Stadt, die einen 15-jährigen Bürgerkrieg hinter sich hat, die 2006 von den Israelis angegriffen wurde? Ronnie Chatah ist die perfekte Begleitung, um Beirut bei Tag zu betrachten.

          Das Programm, das der 29-jährige Student anbietet, ist stramm: ein fünfstündiger Stadtspaziergang vom eher muslimisch geprägten West-Beirut in den christlichen Osten der Zwei-Millionen-Stadt. „Beirut hat keine monumentalen Bauten, prächtigen Boulevards oder üppigen Parkanlagen wie Rom oder Paris, aber trotzdem steckt jede Straßenecke voller Geschichten“, erklärt Ronnie. „Da ist das boomende Beirut von 2009, das Bürgerkriegs-Beirut der 70er und 80er Jahre, aber das mondäne Beirut der 50er und 60er ist eben auch noch da. Mich erinnert Beirut an Berlin nach der Wende. Nichts ist fertig, die Stadt strotzt vor Kraft, aber sie hat auch viele Wunden.“ – Ronnie zeigt geradeaus in die Ferne auf einen leerstehenden Rohbau, das höchste Gebäude im Umkreis. „Das ist der Murr Tower, während des Bürgerkriegs ein heftig umkämpfter Posten, weil sich von dort sowohl der Westen als auch der Osten Beiruts gut überblicken ließen. Aus den oberen Etagen feuerten Scharfschützen entweder nach links oder rechts, je nachdem welche Gruppe gerade das Hochhaus eingenommen hatte. In Europa denken viele, dass sich im 15-jährigen Bürgerkrieg Christen und Muslime bekämpften, doch in Wahrheit war es ein Gemetzel jeder gegen jeden: Schiiten und Sunniten, Drusen, Palästinenser, Kommunisten, arabische Nationalisten, prosyrische und antisyrische Christen.“

          Die Hamra ist ein kleines Dorf

          Wir stehen auf der Hamra, der wichtigsten Einkaufsstraße West-Beiruts. Hier kann man nicht nur sehen, sondern hören, wie Beirut boomt. Überall wird gehämmert und geschweißt, zwischen Saftständen, Geldwechslern und Juwelieren eröffnet beinahe wöchentlich ein internationales Modelabel oder ein neues Café. Doch in den Seitensträßchen, im Schatten der Neonreklamen lebt noch das alte, intellektuelle Beirut. Ronnie zeigt auf die verblassten Kinoschilder vom „Montreal“, dem „Estral“ und dem „Piccadilly“. Die Wände im unterirdischen Foyer des „Hamra Theater“ hängen voll mit vergilbten Fotos arabischer Filmstars. Zwei Gehminuten weiter stehen wir plötzlich in den 50ern. Die schummrige Lobby des „Moonlight Hotels“ ist die perfekte „Mad Men“-Kulisse.

          Auf der Hamra und in ihren Nebenstraßen sitzen alte Männer mit ihren Zigaretten und Zeitungen in den Cafés, während Studenten über ihren Wireless-Laptops hängen oder Pläne für einen wilden Abend im „Barometre“, „Ferdinand“ oder im „De Prague“ schmieden. Die Hamra ist alt, die Hamra ist jung, sie ist reich, sie ist arm, sie ist kosmopolitisch, und sie ist ein kleines Dorf.

          Über zwei Millionen Touristen erwartet

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