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An Bord der „Silver Cloud“ : Eine Kreuzfahrt wie keine andere

  • -Aktualisiert am

„Service first - Service always” lautet das Credo an Bord Bild: www.silversea.com

Wenn die „Silver Cloud“ während ihrer Kreuzfahrt den imposanten Suezkanal durchquert, zerstreut sich die Menge der Schaulustigen schnell. Das Schiff beeindruckt am meisten von innen - mit erstklassigem Service.

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          Der Suezkanal gehört zu den Strecken, die man einmal gefahren sein will, wenn man sich für Schiffsreisen interessiert. Der Begriff weckt die Vorstellung eines Menschheitsabenteuers, er erinnert an eine grandiose Ingenieursleistung und zugleich an die Tragödie des Nahen Ostens, an die Suezkrise und die Kriege, die folgten. Tatsächlich ist die Passage durch den knapp zweihundert Kilometer langen Kanal zwischen Port Said und Suez, Mittelmeer und Rotem Meer, der 1869 erstmals für den Schiffsverkehr freigegeben wurde, eher unspektakulär.

          Die Fahrt der „Silver Cloud“ beginnt in den frühen Morgenstunden, als die meisten Passagiere noch schlafen, in Port Said. Beim Aufwachen blickt man durch Frühnebelgrau auf stille Ufer. Unvermittelt ragt der Turm eines Minaretts auf, kleine Boote tuckern von hierhin nach dorthin. Während des Frühstücks und noch Stunden danach liegt das Schiff zusammen mit Dutzenden anderen - die meisten von ihnen schwere Frachter, von deren Rümpfen der Rost blättert - im Großen Salzsee in der Mitte des Kanals.

          Teure Landausflüge

          Man wartet in der flirrenden Hitze auf die Zusammenstellung des Konvois, der die untere Hälfte des Kanals durchfahren wird. So teilt es der Kreuzfahrtdirektor über Lautsprecher mit, und dass unser Schiff als drittes von neunzehn Schiffen fahren werde, denn die besten und sichersten fahren immer voraus. So soll das Risiko einer Havarie im engen Kanalbett verringert werden. Hundertdreißigtausend Dollar kostet die einmalige Fahrt eines Passagierschiffs durch den Suezkanal, es verwundert nicht, dass die Passage selten in den Fahrplänen der Kreuzfahrtgesellschaften auftaucht.

          Die „Silver Cloud” fährt 2007 zweimal durch den Suezkanal

          Die Gäste an Bord der „Silver Cloud“ sind der Attraktion des langen Kanals bald müde, die Menge der Schaulustigen an der Reling zerstreut sich schnell. Es ist ein Beleg der Erfahrung, dass in der modernen Kreuzfahrt das Schiff immer mehr zum eigentlichen Ziel der Reise wird. Und je attraktiver das Schiff ist, desto weniger spielt die Route eine Rolle. Mit diesem Umstand begründet Silversea, die italienische Reederei mit Firmensitz in Fort Lauderdale in Florida, dass ihre extrem teuren und dafür nicht sonderlich ambitionierten Landausflüge nicht im All-inclusive-Programm enthalten sind. Denn wären auch die Exkursionen im Gesamtpreis der Passage inbegriffen, würden jene Stammgäste benachteiligt, die ohnehin stets an Bord bleiben, weil sie schon überall auf der Welt waren.

          „Service first - Service always“

          An Bord der „Silver Cloud“ lässt es sich gut aushalten. Zwar ist das Schiff mit seinem italienischen Dekor in den Kabinen und öffentlichen Räumen ein wenig in die Jahre gekommen, doch die Patina der Einrichtung wird wettgemacht durch die überwältigende Freundlichkeit sämtlicher Besatzungsmitglieder. „Service first - Service always“ lautet das Credo an Bord, es ist keine leere Phrase. Seit kurzem lässt die Reederei ihr Personal von der Vereinigung der „Leading Hotels of the World“ schulen, besser könnte der Service nicht sein.

          Die Speisen an Bord sind tadellos, dabei nicht übertrieben modisch, die Weine, die zum Essen gereicht werden, erfüllen Ansprüche von Liebhabern. Besonders angenehm ist, dass auch die Bargetränke im Grundpreis der Passage eingeschlossen sind. So kommt es nicht dazu, dass neue Freunde spät in der Nacht darüber diskutieren müssen, wer die Barrechnung übernimmt.

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