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Ferienordnung : Endlosstau in den Urlaubswochen?

  • -Aktualisiert am

Bald greifen die neuen Ferientermine. Kritiker meinen: Jetzt kommen Super-Staus, Hotels werden teurer, der Service kommt zu kurz. Welche Folgen die Neuregelung wirklich hat.

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          In Frankreich gehören sie zum Ferienbeginn, die endlosen Staus. Anfang August bilden sich vor allem südlich von Paris endlose Fahrzeugkolonnen, an den Mautstellen gibt es stundenlange Wartezeiten. Die Autobahnen Richtung Côte d'Azur sind verstopft, Serviceleute verteilen Karten, Kinderspielzeug und Kaltgetränke. Alle Welt flieht aus der Metropole in die Sommerfrische.

          Kritiker fürchten, dass auch den Bundesbürgern Megastaus bevorstehen. Grund: die neue Sommerferienregelung, die ab 2003 gilt und schon in diesem Jahr zu geballteren Ferienterminen führt. Dabei hat es die Kultusministerkonferenz nur gut gemeint, als sie das seit 31 Jahren bestehende rollierende System modifizierte. Hieß es in der Begründung für das alte System noch, man wolle so "eine größtmögliche Entzerrung der Urlaubsverkehrsströme erreichen", so ist jetzt das Ziel, durch die Begrenzung der Rollierung für die Länder konstantere Ferienanfangstermine zu schaffen. Aus dem Beamtendeutsch übersetzt und hinter vorgehaltener Hand geäußert: Die Länder im Norden sollen endlich einmal auch in wärmeren und wettersicheren Monaten verreisen können.

          Ferienstart für halb Deutschland in einer Woche

          Die Folge der Neuregelung: Die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen - dort leben immerhin rund die Häfte der Deutschen - gehen innerhalb einer Woche in die Schulferien. Und da laut Klaus Laepple, Präsident des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verbandes (DRV), 54 Prozent der Deutschen mit dem Auto auf die Reise gehen, sind Staus programmiert.

          Aber auch bei Flugreisen kann es eng werden, weiß Robin Zimmermann vom Reiseveranstalter TUI: "Rund um die Anreise auf Autobahnen und an den Flughäfen dürfte es zu Zeitverzögerungen und Stressphasen für die Urlauber kommen." Damit nicht genug könne es zu Engpässen bei den Hotels in den Urlaubsgebieten kommen - vermutlich zu Lasten des Service. Auch Sibylle Zeuch vom DRV warnt energisch vor Folgen der neuen Terminordnung. Die Saison werde kürzer; als Folge müssten die Hotels ihre Preise anheben, um auf ihre Kosten zu kommen.

          Doch alles halb so wild?

          Alles halb so wild, meinen die Mitglieder der Kultusministerkonferenz. Der gesamte Ferienzeitraum erstrecke sich "wie bisher auf elf Wochen, und zwar von der letzten Juniwoche bis Mitte September". Robin Zimmermann hält dagegen, dass dann "15 von 16 Bundesländern innerhalb von acht Wochen Ferien haben".

          Doch nicht alle sehen die Lage auf Deutschlands Autobahnen so ernst. Jochen Hövekenmeier, Sprecher des Automobilclub von Deutschland (AvD), meint: "Wahrscheinlich werden die neuen Ferientermine nicht zu mehr Belastungen führen." Denn der entzerrte Ferienbeginn werde beibehalten. Zudem gehe der Trend weg von der langen Sommerreise hin zu mehreren kürzeren Trips, die übers Jahr verteilt sind - eine Einschätzung, die durch eine aktuelle Studie der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen bestätigt wird.

          Kein Wunder, dass die Profis mit ihren Reise-Tipps eher auf klassische Empfehlungen zurückgreifen. Der ADAC rät, frühzeitig zu buchen, wenn man zu Beginn oder am Ende von Schulferien reisen will. Der AvD schlägt vor, einen Tag früher oder später zu reisen, um dem Stau zu umgehen.

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