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Winterwanderdorf Kartitsch : Kommt zu uns, wir haben nichts

  • -Aktualisiert am

Menschen sind wir nicht begegnet: Kartitsch Bild: Volker Mehnert

Rückkehr in die alpine Wirklichkeit: Als erstes Winterwanderdorf Österreichs kümmert sich die Osttiroler Gemeinde Kartitsch um eine vernachlässigte Klientel.

          6 Min.

          Zugegeben, er ist nicht der Mount Everest oder der Montblanc. Er trägt auch keinen so hochtrabenden Namen wie seine Osttiroler Nachbarn Dreiherrnspitze, Finsterwitzkopf und Großvenediger. Er heißt schlicht Dorfberg und ist bloß 2115 Meter hoch. Aber von unserem Basislager im Dörfchen Kartitsch aus haben wir ihn bei einer Winterbesteigung bezwungen, das Gipfelkreuz erreicht und uns ins Gipfelbuch eingetragen – und zwar ohne Unterstützung von Bergbahnen und ohne Kletterausrüstung. Wir sind vielmehr auf perfekt planierten Winterwanderwegen einfach nach oben marschiert, bei mäßiger Steigung Höhenzentimeter für Höhenzentimeter. Nur auf den letzten zwei-, dreihundert Metern hörte der präparierte Weg auf, und die Wanderstöcke kamen bei der gefahrlosen Kletterpartie im harschen Schnee erstmals ernsthaft zum Einsatz.

          Oben angekommen, merkten wir sofort, dass der alpine Däumling ein Panoramariese ist. Denn er liegt strategisch so gut plaziert in der Landschaft, dass er für ein Gipfelerlebnis mit grandiosen Ausblicken sorgt: vorne das Skigebiet von Sillian und der Karnische Hauptkamm, in der Ferne die Lienzer Dolomiten, die Ötztaler und Stubaier Alpen, herausragend dabei Großglockner, Ortler und weit im Südwesten sogar Sloweniens nationaler Kultberg Triglav. Anderl Strasser, unser einheimischer Begleiter, spielte für uns den Geographielehrer, und er war von dem Panorama ebenso hingerissen wie wir, obwohl er schon unzählige Male hier oben und sogar hundertfünfzig Mal auf dem Gipfel des Großglockners gestanden hat.

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