https://www.faz.net/-gxh-a3ibx
Bildbeschreibung einblenden

Zugspitzbesteigung : Alle wollen ganz nach oben

Am Gipfelkreuz der Zugspitze treffen Sonntagsausflügler auf Bergprofis, die über den schmalen Jubiläumsgrat geklettert kommen. Bild: AP

Im zweihundertsten Jubiläumsjahr der Erstbesteigung und im ersten Jahr der Pandemie ist die Zugspitze überrannt. Das ist total verständlich. Aber auch beunruhigend.

          6 Min.

          Treppenstufen. Es sind am Ende die paar Treppenstufen auf dem Weg ganz nach oben, zur Aussichtsplattform, die einem den Rest geben. Stundenlang war es immerzu aufwärts gegangen und wieder ein bisschen abwärts und dann wieder aufwärts und irgendwann einfach nur noch aufwärts, anfangs über Almen, dann, mit jedem Höhenmeter mehr und mehr, über Geröll und Stein und Schotter und sogar einmal kurz durch ein Feld aus grauem Schnee, bevor der Weg dann steil in die Höhe führte, zuletzt über blanken Fels, an Stahlseilen entlang. Und all das war gutgegangen, in gemächlichem Tempo waren wir dahingestiegen, bei dem besten Wetter der Welt, die Sonne hatte aus einem tiefblauen Himmel geschienen, ein wolkenloser Sonntagshimmel Mitte September.

          Tobias Rüther

          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Aber dann diese paar letzten Stufen, bis man ganz oben ist. Man kriegt fast die Stiefel nicht mehr voreinander. Plötzlicher Kraftabbau, Bierdurst und die Frustration, dass es immer noch nicht geschafft ist. Und sich jetzt auch noch, nach all der Natur, die Zivilisation in Form etwas zu hoher, menschengemachter Stufen in den Weg stellt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Corona-Absperrungen und Wegweiser im Tübinger Luise-Wetzel-Stift.

          Ärzte gegen Wissenschaftler : Was ist die richtige Waffe gegen das Virus?

          Ärzteverbände stellen sich gegen die Forderung der Wissenschaft nach harten Maßnahmen. Die Infektionszahlen dürften nicht um jeden Preis gesenkt werden. Hinter den gegensätzlichen Positionen stehen auch wirtschaftliche Interessen.