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Erinnerungen an Süditalien : Das Wetter schön, das Essen gut

  • -Aktualisiert am

„Diese griechischen Tempel sind überwältigend“m erfährt im Mai 1965 ein „Liebes Trauderl“ auf der Rückseite einer Ansichtskarte aus Paestum. Stimmt bis heute! Bild: Sammlung Schlüter

Hypothesen und Wirklichkeit: Ein süditalienischer Sehnsuchtsanfall führt zum Sammeln alter Ansichtskarten der Tempelruinen von Paestum – und auf eine Gedankenreise zurück dorthin.

          10 Min.

          Man kann in diesen seltsamen Zeiten recht schnell auf ebensolche Ideen kommen. Nichts war mir bislang so fremd wie das Sammeln von Briefmarken, Bierdeckeln oder jenen kleinen und kleinsten Gegenständen, mit denen man Alben füllen und seine Freizeit verbringen kann. Und nun bin ich Mitglied diverser Sammlerbörsen, habe zwar keine Alben, dafür einen Karteikasten, der sich schneller füllt, als ich zusehen kann, und könnte mich schon fast als Philokartisten bezeichnen; als Postkartensammler also. „Achten Sie darauf, dass die Karten keine Stellen, Fettflecken oder Kleckse auf der Oberfläche haben, und auch auf eingerissene oder verbogene Ecken“, rät im Internet der Experte dem Sammelneuling. Aber genau darauf kommt es mir an; je mehr Patina eine Karte hat, je fleckiger und abgenutzter sie ist, desto lieber ist sie mir. Und sie muss „gelaufen“, also verschickt worden sein.

          „Grenzen sie Ihr Sammelgebiet ein“, war ein weiterer Expertenrat, den ich aber gar nicht nötig hatte, denn meine Vorstellungen und Wünsche sind denkbar präzise: Die Vorderseite der Karte muss die griechischen Tempelruinen des süditalienischen Paestums zeigen, die Rückseite sollte möglichst ausführlich beschrieben sein, und im Idealfall wurde die Postkarte auch in Paestum abgestempelt. Da ich keinen Wert auf besondere Briefmarken oder rare Motive lege und überhaupt mein sammlerischer Schwerpunkt grundsätzlich nicht sehr en vogue zu sein scheint, kamen in wenigen Monaten der neuen Passion schon ganze Postkartenschwärme in meinen Briefkasten geflattert.

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