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Eislaufen in Heerenveen : Auf den Kufen liegt das Glück

  • -Aktualisiert am

Kathedrale und Kultstätte des Kufensports: Das Eisstadion Thialf in der friesischen Ebene. Bild: Martin de Jong

Eisschnelllauf ist in den Niederlanden ein nationales Kulturgut, und sein Epizentrum ist das Thialf in Heerenveen. Erst wer dort das heilige Eis betreten hat, versteht diesen Sport.

          8 Min.

          Wie ein riesiges Raumschiff, das in der friesischen Ebene notgelandet ist und sich zum Bleiben entschlossen hat: So extraterrestrisch sieht das Gebäude aus, das draußen weiß und innen eisig ist und sich Thialf nennt. Was Wimbledon für die Tennisspieler, Ascot für den Galoppsport, Augusta für die Golfer, Monaco für die Formel1, die Streif für die Skifahrer ist, das ist das Thialf in Heerenveen für die Eisschnellläufer – ihr Sehnsuchtsort und zugleich die Kathedrale und Kultstätte des Kufensports, ein Monument der Liebhaberei für alle Schlittschuhträger dieser Welt. Und bald werden auch wir über das heilige Eis gleiten dürfen.

          Nirgendwo wird dem Kreisverkehr auf Eis inbrünstiger gehuldigt als in den Niederlanden, keine Nation ist in diesem Sport erfolgreicher, und nirgendwo werden mehr Olympia-Medaillen produziert als in Heerenveen. Ungeheuerliche hunderfünfmal haben niederländische Athleten auf den olympischen Eisringen bisher Edelmetall geholt. Die Spiele in Sotschi 2014 wurden zum nahezu totalen Triumph, das Siegerpodest am Schwarzen Meer, auf dem kein einziger deutscher Athlet gesichtet wurde, schien vom kleinen niederländischen Königreich für die Dauer der Spiele annektiert worden zu sein. Ob über 500 Meter, 1000 Meter, 1500 Meter, 3000 Meter, 5000 Meter, 10.000 Meter oder in der Teamverfolgung: Es gab kein einziges Rennen ohne Edelmetall für die Flachländer. Die Holländer räumten unfassbare dreiundzwanzig von sechsunddreißig zu vergebenden Medaillen ab, darunter acht von zwölf Goldplaketten. Und vier Fünftel der Edelmetallgewinner absolvierten ihre Vorbereitung in der Heerenveener Athletenschmiede.

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