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Sommerserie „Von A nach B“ : Ich fahre nur mit, wenn ich sitzen darf

  • -Aktualisiert am

So kann man auch Schäfchen zählen – und bleibt dabei in einem angenehmen Wachzustand, in dem man sich so entspannt fühlt wie im Tiefschlaf. Bild: Elsemarie Maletzke

Auf einer Schiffsreise von Berlin nach Papenburg verliert sich jede Unrast von selbst. Eine Woche auf Flüssen, Seen und Kanälen.

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          Ganz zügig könnte man über Land fahren. Von Berlin nach Papenburg im Emsland sind es nur gut vierhundert Kilometer. Aber schöner ist es, sich auf dem Wasser fahren zu lassen, schauend, speisend, schlafend langsam durch die Landschaft zu schweben, einmal auszupacken und zu bleiben und, falls gewünscht, eine ganze Woche lang nicht auszusteigen: Havel, Havelseen, Elbe-Havel-Kanal, Mittellandkanal, Weser, Hunte, Küstenkanal. Seit dem Erdkundeunterricht habe ich nichts mehr von ihnen gehört, und nun gleiten die grünen Ufer eines nie gesehenen Landes vorbei.

          Die MS Frédéric Chopin ist dreiundachtzig Meter lang, neuneinhalb Meter breit, ein schwimmendes Hotel, weiß und rot wie die Schweizer Flagge, unter der sie fährt. So, wie sie in Berlin-Spandau am Havelufer liegt, gleicht sie weniger einem schnittigen Schiff als einem langen Schrank mit vielen Fenstern. Dabei gehört sie mit Platz für achtzig Gäste eher zu den kleineren Flusskreuzfahrtschiffen. Draußen, vor den wasserdichten Fenstern des Hauptdecks, strömt der Fluss gluckernd in Taillenhöhe vorbei. Drinnen ist es ein bisschen plüschig, goldgelb-grüngestreift, glänzendes Holz, geätztes Glas, jugendstilaffin. Die Schwimmweste befindet sich unter dem Bett; vielleicht nicht der zugänglichste Ort.

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