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Dossier : Entrecasteaux: Mit dem Sonnenkönig Hof halten

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Erste Frühlingssonne in Cafés tanken Bild:

Der Hauch der Geschichte weht durch die engen Gassen von Entrecasteaux: Der Entdecker der australischen Küste und der Sonnenkönig haben sich hier zuhause gefühlt.

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          Seinen ganz besonderen Charme hat sich das kleine Dörfchen Entrecasteaux, östlich von Draguignan, über Jahrhunderte bewahrt: der kleine Bach, der früher die mächtigen Zahnräder der Olivenölmühle antrieb, plätschert fröhlich vor sich hin, ein leichter Windhauch weht durch die engen Gassen und Sträßchen, Akazien und Platanen recken sich den ersten Sonnenstrahlen entgegen.

          Genau in der Mitte des Dorfes: das kleine gemütliche Restaurant "Lou Picatou", am Fuß eines mächtigen Schlosses. "Das Schloss wurde für eine Mätresse Ludwigs XIV. auf den Ruinen einer Festung aus dem elften Jahrhundert gebaut", erzählt Romain Debray, Kulturbeauftragter des Dörfchens und Restaurantchef.

          Der Grünspecht von Var

          Seit zwölf Jahren wohnt der gebürtige Pariser im Departement Var, ist mittlerweile mit einer Engländerin verheiratet und spricht fließend Deutsch - Internationalität pur. Doch seine französische Herkunft hat er sich bewahrt: Die Speisekarte wird nicht nach Angebot aus der Tiefkühltruhe zusammengestellt, sondern nach der Saison und "dem was ich auf dem Markt finde." Der Name des Restaurants erinnert an den typischen Dialekt des Var - lou picadou, der Grünspecht. Wie er darauf kam? "Durch eine Legende - man erzählt sich schließlich, hier habe früher ein Grünspecht gewohnt!"

          Der Kolumbus aus Entrecasteaux

          Gleich hinter dem Restaurant beginnt die mächtige Schloss-Anlage. So abgeschieden das Örtchen auch liegen mag, es hat eine Geschichte wie die ganz großen: Der Sonnenkönig hielt hier Hof, Antoine Raymond Joseph de Bruni d'Entrecasteaux, entdeckte 1792 die Australische Küste. Sie ist nicht immer für die Öffentlichkeit zugänglich, die prächtigen Gartenanlagen können aber problemlos besichtigt werden. Akkurat geschnittene Hecken, geometrisch angelegte Wege - Le Notre, der Architekt der Gärten von Versaille, war auch hier zugange. Noch heute besonders eindrucksvoll: Das gusseiserne Tor aus dem 17. Jahrhundert. Wer an den Mauern entlang geht, der entdeckt zudem den früheren Eingang aus dem 11. Jahrhundert und den ehemaligen Eiskeller.

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