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Hamburg : Architektur ist eine filigrane Angelegenheit

  • -Aktualisiert am

In solcher Pracht hat man die vier Gebäude des City-Hofs schon lange nicht mehr gesehen. Aber muss man sie deshalb gleich abreißen? Bild: Eisenhauer, Herbert

Warum tut sich Hamburg mit dem Denkmalschutz so schwer? Der City-Hof, eines der elegantesten Ensembles der Nachkriegsmoderne, soll abgerissen werden.

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          Jetzt also dieses: Der Hamburger City-Hof, eines der elegantesten Gebäudeensembles der hanseatischen Nachkriegsmoderne, soll abgerissen werden. Das Welterbezentrum der Unesco sieht das gleich nebenan liegende, seit 2015 zum Weltkulturerbe gehörende backsteinrote Kontorhausviertel durch Abriss und Neubebauung der vier City-Hochhäuser in seiner architekturhistorischen Bedeutung nicht gefährdet. Das war für viele eine allerletzte Hoffnung gewesen. Im August dieses Jahres waren zwei Expertinnen von Icomos International, einer die Unesco in denkmalpflegerischen Fragen beratenden Organisation, eigens nach Hamburg gereist, um sich ein Bild von dem Ensemble zu machen. Einen abschließenden Bericht gibt es noch nicht. Aber schon die Tatsache, dass der in Hamburg seit Jahren schwelende Streit um den Erhalt des City-Hofs nicht auf der Agenda des im Sommer 2019 tagenden Welterbekomitees stehen wird, ist ein schlechtes Zeichen.

          Ja, und der Denkmalschutz? Der hat im noch immer vom Erfolg der Elbphilharmonie beschwipsten Hamburg nie eine ernstzunehmende Rolle gespielt. Schon 2011 wurde der City-Hof in das Hamburger „Verzeichnis der Erkannten Denkmäler“ aufgenommen, gleichwohl stand ein Jahr später in der ersten Verkaufsausschreibung der Finanzbehörde die bemerkenswerte Formulierung, „dass die Bestandsgebäude nicht erhalten werden sollen... und aus städtebaulichen Gründen ein Neubau vorgesehen werden soll“.

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