https://www.faz.net/aktuell/reise/das-verlorene-schloss-monbijou-in-berlin-18497747.html

Spurensuche : Nur noch ein einziger Stein ist erhalten

  • -Aktualisiert am

So hat es ausgesehen: Schloss Monbijou auf einem Gemälde aus der Zeit um 1790 Bild: bpk/Stiftung Preussische Schösser und Gärten Berlin-Brandenburg/Jörg P. Anders

Vergangenheit, sprich: Ein Spaziergang im Berliner Monbijou-Park auf der Suche nach einem verlorenen Schloss.

          7 Min.

          An manchen Abenden des zurückliegenden Sommers lag die Wärme wie eine de­fekte Heizdecke über Berlin. Die Stadt glühte. Nur zu sehr später Stunde konnte es geschehen, dass laue Brisen durch das Grün der Parks wehten und die Hitze des Tages etwas vergessen ließen – aber von Ab­kühlung konnte nicht wirklich die Rede sein. Lebhaft frequentiert wurden deshalb mitunter bis in die frühen Morgenstunden hinein Parks wie der im Berliner Bezirk Mitte liegende James-Simon-Park und der Monbijou-Park. Hunderte meist junger Menschen, coronamüde und amüsierwillig, verwandelten allnächtlich die an der Spree gelegenen Grünanlagen in Open-Air-Party-Locations. Dementsprechend groß war in beiden Parks die Polizeipräsenz.

          Vom James-Simon-Park nur durch eine Bahnüberführung getrennt liegt zwischen Spree und Oranienburger Straße der größere Monbijou-Park. Besonders schön ist er nicht, der Blick jedoch auf die gegenüberliegende Museumsinsel mit dem Bode-Museum ist einzigartig. An manch milden Abenden, auch das ist au­ßerordentlich, wird auf der Spreeuferpromenade getanzt. Eine späte Sonne oder vielleicht auch schon ein früher Mond spiegelt sich dann auf dem Wasser und vergoldet die vielen Fenster des Mu­seums. Musik umweht die tanzenden Paare, und wenn sich dazu mit leichtem Quietschen die S-Bahn in die Kurve legt, um gleich darauf zwischen den Gebäuden der Museumsinsel zu verschwinden, kann man von so viel Weltstadtzauber durchaus beeindruckt sein. Tagsüber wiederum füllt sich bei gutem Wetter der Monbijou-Park mit dem typischen Berliner Publikum.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Hertha nach dem Bobic-Rauswurf : Das Ende des Größenwahns

          Der „Big City Club“ ist mit dem Aus von Fredi Bobic endgültig Geschichte. Der neue Ansatz von Hertha BSC klingt gut, ist aber grotesk. Denn so wie der Klub nun werden soll, war er schon einmal.
          Mordwerkzeug: Sergej Mironow, der Leiter der Fraktion „Gerechtes Russland – für die  Wahrheit“ in der Staatsduma, präsentiert einen Vorschlaghammer mit einer persönlichen Widmung von der privaten Söldnerfirma Wagner.

          Russlands Ideologie des Todes : Das Imperium mit dem Vorschlaghammer

          Auf dem Weg nach Walhalla: Die private Söldnertruppe Wagner mit ihrer demonstrativen Brutalität bestimmt zunehmend den politischen Ton in Russland. Männer werden auf den Tod in der Schlacht eingeschworen. Ein Gastbeitrag.