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Bulgari-Resort Dubai : Bunte Tüte auf der Insel

Luxus ja, aber bitte so puristisch wie möglich: Die Lobby des Bulgari Resort Dubai. Bild: Tommy Picone

Luxus auf Italienisch: Das neueste Resort des Bulgari-Konzerns in Dubai schwelgt in verschwenderischer Pracht.

          Eigentlich ist Luxus gar nicht so schwer: Man stellt den Gästen immer ein bisschen mehr hin, als sie erwarten. Zum Beispiel ein Glas Baklava ins Zimmer, ein Glas Datteln und stets frisches Obst. Dann stellt man noch geschickt die ein oder andere Assoziation mit der Kindheit her, zum Beispiel mit ein paar Gläsern mit Gummibärchen und Marshmallows in der Lobby. Man legt ein paar Säckchen daneben, damit der Gast sich jederzeit, wenn er das möchte, eine bunte Tüte mit aufs Zimmer nehmen kann. Ich angelte mir mit der Zange ein paar Colafläschchen und ein paar Weingummis, knotete die Tüte mit einem Bulgari-Schleifchen zu, dachte an den Kiosk von damals im Viertel und seine Fünf-Pfennig-Gummifrösche und war glücklich.

          An solchen simplen Details kann man sehen, dass es Wichtigeres gibt als die Quadratmeterzahl der Strandvilla, auch wenn diese ziemlich imposant ist – man kann sich im offenen Kleiderschrank verlaufen, bevor man die marmorne Pracht des Badezimmers erreicht. Es gibt bislang erst sechs Hotels des italienischen Konzerns Bulgari, darunter vier Stadthotels und zwei Resorts, auf Bali und vor Dubai, und die Expansion geht eher gemächlich voran. Denn bekannt ist man schließlich vor allem dank des Schmucks, der Taschen und der Parfums. Firmengründer Sotirios Voulgaris, ein griechischer Goldschmied, eröffnete 1881 seinen ersten Laden im Rom, in dem er Antiquitäten an englische und amerikanische Touristen verkaufte. Erst später, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, entwarf er eigenen Schmuck. Der Laden blieb lange im Familienhand, heute gehört der Konzern zu 51 Prozent zu der französischen LVMH-Gruppe.

          Auch sonst sorgt die Butlerin für alles

          Den Hotelzweig hingegen betreibt Bulgari zusammen mit Marriott. Im Jahr 2004 eröffnete man das erste Haus in Mailand, Dubai ist seit 2017 die Nummer fünf im Portfolio. Gemeinsam ist allen Häusern eine erstklassige Lage und das italienische Design. In Dubai liegt das Resort auf einer seepferdchenförmigen Insel vor dem feinen Stadtteil Jumeira, und die Skyline von Downtown Dubai glänzt stets dekorativ im Hintergrund.

          Die Schwanzkrümmung des Seepferdchens: Ja, Sie können mit ihrer Yacht anreisen, gar kein Problem.

          Die natürliche Fortbewegungsart des Bulgari-Gastes ist die schwarze Maserati-Limousine, die das Hotel gleich flottenweise zur Verfügung stellt – die Butlerin sorgt gerne dafür, dass der Chauffeur pünktlich vorfährt. Auch sonst sorgt die Butlerin für alles, so dass ich sie gerne mitnehmen möchte, damit sie mir mein Leben in Ordnung bringt. Die Limousine holt einen auch vom Flughafen ab, aber natürlich ist auf Anfrage die Anreise mit der eigenen Yacht möglich, der Yachthafen schmiegt sich vor dem Hotel in den Schwanzkringel der Seepferdcheninsel.

          Auf einige Größen kann man sich verlassen

          Es ist von Vorteil, in einem italienischen Hotel abzusteigen, denn auf einige Größen kann man sich verlassen. Auf den stets hervorragenden Kaffee zum Beispiel. Schwarz, aromatisch, immer mit einem Kännchen warmer Milch serviert, zum Beispiel morgens zum Frühstück am Strand. Man blickt über einen sehr sauberen Sandstreifen ins endlose Blau und möglichst gnädig über die noch unentwickelten Teile der Insel hinweg, auf denen Rohbauten ihrer Fertigstellung harren. Aber wer mit unfertigen Städten nicht klarkommt, der fährt ohnehin besser nicht nach Dubai.

          Platz ist hier jedenfalls genug: das Wohnzimmer der Strandvilla mit Blick auf Terrasse und Pool.

          Die Einrichtung der puristisch stilvollen Zimmer und Bungalows ist hochwertig bis ins letzte Detail. Mit etwas Übung beherrscht man irgendwann auch die Lichtsteuerung, die sich nicht mit profanen Grundzuständen wie „an“ oder „aus“ aufhält, sondern unterschiedliche Stimmungen durchorgelt, bis man irgendwann bei der Stimmung „Schlafen“ angekommen ist.

          Eine Marke in Sachen Bodenständigkeit

          Einer der größten Vorteile italienischer Gastgeber ist natürlich die Küche. Neben dem Yachtclub mit seiner fischlastigen Auswahl bietet sich besonders das „Il Ristorante – Niko Romito“ mit seiner Terrasse über dem Yachthafen an. Sternekoch Romito betreibt bereits die Bulgari-Restaurants in Peking und Schanghai und nun auch das in Dubai. Als Erstes bekommt man dort als Gruß aus der Küche eine kräftige Fleischbrühe hingestellt, dann ein wirklich hervorragendes Sauerteigbrot. Um das Brot herum gebe es auch ein ganzes Menü, erzählt der Kellner, darauf sei man hier besonders stolz.

          Ein Haus wie ein goldenes Korallenriff: Auffahrt zur Lobby.

          Das ist vollkommen verständlich. Vor allem setzt das eine unübersehbare Marke in Sachen Bodenständigkeit in einer Stadt, in der sonst unschuldiges Fleisch mit geschmacksneutraler Goldfolie belegt werden muss, um überhaupt noch irgendwie aufzufallen. Effekte hat man hier nicht nötig. Man weiß auch so, dass alles vom Allerbesten ist. Und immer ein bisschen mehr, als der Gast erwartet.

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