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Texas : Lustig ist das Kuhhirtenleben

Höhepunkt des Cowboy-Lebens sind die Ausritte, bei denen wir vermutlich schon aus versicherungstechnischen Gründen auf wilde Verfolgungsjagden verzichten müssen. Bild: Travel Texas

Ausritt im Gänsemarsch, Liederabend mit Herzschmerz am Lagerfeuer: Auf einer Dude Ranch in Bandera, der Welthauptstadt des Wilden Westens, geht es zünftig zu.

          4 Min.

          Die Welthauptstadt zählt achthundertsiebenundfünfzig Seelen. So wenige Menschen leben in Bandera, der offiziellen „Cowboy Capital of the World“. Doch das kann uns egal sein, denn wir werden sehr herzlich und sehr authentisch von gleich einem halben Dutzend ehrenvoll ergrauter Buffalo Bills empfangen, die für uns hinter der Touristeninformation in einer zusammengezimmerten Western-Kulisse ein Laienschauspiel mit reichlich Altherren-Rauferei, Eistee-Whiskey-Sauferei und Platzpatronenschießerei aufführen. Nach einer Viertelstunde liegen fast alle Wildwesthelden grinsend tot im Staub, und wir haben, noch bevor wir zur Kleinstadtbesichtigung in einen Pionierplanwagen verfrachtet werden, eine tiefe Ahnung davon bekommen, wie ernst es Bandera mit seiner Welthauptstadtwürde meint.

          Jakob Strobel y Serra

          stellvertretender Leiter des Feuilletons.

          Bandera liegt im tiefsten Texas, heißt wie die Flagge auf Spanisch, weil irgendein Pionier einmal eine Fahne auf einem nahen Pass gehisst hat, und macht drei Gründe für seinen Weltrang geltend: Zum Ersten war der Ort nach dem amerikanischen Bürgerkrieg der Ausgangspunkt des Great Western Cattle Trail, auf dem Tausende von Longhorn-Rindern bis nach Kanada getrieben wurden; zum Zweiten ist Bandera der Geburtsort verblüffend vieler Rodeo-Champions; und zum Dritten steht hier die Wiege der Dude Ranches, der Touristenfarmen, auf denen Besucher für paar Tage Cowboy ohne Indianer spielen dürfen. Als vierten Grund könnten wir hinzufügen, dass Bandera aus nichts anderem als ewigwährendem Wilden Westen besteht.

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