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Côte d'Azur : Frischer Charme in alten Klostermauern

  • -Aktualisiert am

Stille Einkehr im Kloster Laghet Bild: srt

In diesem Gotteshaus gehen die Uhren anders: Das Kloster "Laghet" im Hinterland der Côte d'Azur ist genau richtige Ort, um vom Alltagsstress und dem Lärm der Großstädte abzuschalten.

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          Schon beim ersten Anblick wird dem Besucher bewusst: Laghet in den Bergen hinter Nizza und Monaco ist kein gewöhnliches Kloster. Es hat einen ganz besonderen Charme, weit ab von dem Lärm und der Hektik der Großstädte ist es ein einzigartiger Ort der Ruhe. Nicht alt und verstaubt, sondern frisch und einladend.

          "Es ist egal, ob jemand evangelisch oder katholisch, schwarz oder weiß, strenggläubig oder eher sehr liberal ist - bei uns sind alle willkommen!" Die goldene Frühjahrssonne scheint Pater Jean Gautheron ins Gesicht. Die Augen des Geistlichen leuchten, wenn er von "seinem" Kloster, dem Sanctuaire de Laghet erzählt. Inmitten zweier Täler, in den Bergen hinter Nizza und Monaco, zwischen 360-Grad-Kehren und messerscharfen Felskanten liegt der mächtige Klosterbau.

          Schon von weitem strahlt das Gebäude eine besondere Ruhe aus. "Oft kommen Leute, die schon seit Jahren nicht mehr eine Kirche betreten haben, sprechen mit Gott, beten oder meditieren. Viele fragen uns auch um Rat, wollen Hilfe bei Lebensfragen, wenden sich an uns, wenn Ihnen sonst keiner mehr weiterhilft", erzählt der Pater. Riesige Probleme werden plötzlich überschaubar, Lösungsmöglichkeiten tun sich auf.

          Mit Kindern ins Kloster

          Manche verbringen dort mehrere Tage, einige sogar ihre ganzen Ferien im Kloster. "Dabei darf man natürlich den Komfort unserer Zimmer nicht mit dem eines Hotels vergleichen: Die Zimmer haben ein oder zwei Betten, Tisch und Stuhl - Toilette und Badezimmer sind auf dem Gang." Um die Gäste kümmert sich Marie-Aimée. Mit fröhlichen Augen erzählt die kleine, quirlige "Hotel-Schwester", dass "vergangenen Sommer auch eine deutsche Familie mit ihren Kindern im Kloster gewohnt hat. Sie haben das Leben in Ruhe und Abgeschiedenheit wunderbar mit Ausflügen in die Umgebung verbunden."

          Wahre Wunder oder doch alles nur Hexerei?

          Bevor das Kloster allerdings zu seinen mächtigen, heutigen Mauern kam, vergingen zahlreiche Jahrhunderte. Die Mythen und Legenden um die sagenhaften Wunder der Jungfrau Maria begannen im 16. Jahrhundert. Damals noch eine kleine Kapelle, bot "Laghet" vor allem Hirten und Wanderern Schutz und Unterschlupf. Im Jahr 1625 wurde das kleine Gotteshaus wie vom Blitz aus seinem beschaulichen Leben gerissen: Don Jacques Fighera, Bürger aus dem nahegelegenen Eze, ließ die unscheinbare Kapelle renovieren und ausbauen. Eine kleine Kirche entstand - und glaubt man der Legende, legte sich unmittelbar nach dem Abschluss der Arbeiten der Geist der Heiligen Jungfrau Maria auf das Gotteshaus. Seitdem heilt sie Kranke und verhilft unschuldig verurteilten zu ihrem Recht. Ihr zu Ehren ließ Fighera eine Madonnenstatue in Paris aus Eberesche schnitzen, die in einer feierlichen Prozession in die Kirche überführt wurde.

          Die Wunder blieben auch beim Bischof von Nizza nicht unbemerkt: Doch der wollte erst einmal nicht an Wunder glauben, vermutete vielmehr Hexerei und bösen Zauber. 1653 zog eine Kommission aus Theologen und Ehrenmännern nach Laghet - und wurde höchstpersönlich Zeuge der Wunder der Jungfrau Maria. Es dauerte nicht lange und die einstigen Gegner führten die erste Wallfahrt nach Laghet an. Bald wurde sogar die Stadt Nizza unter den Schutz der Madonna von Laghet gestellt. Und bis heute pilgern noch Tausende Gläubiger jedes Jahr an den Ort der Wunder der Heiligen Jungfrau Maria.

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