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Kreuzfahrtschiffe in Venedig : Hätte, hätte, Ankerkette

  • -Aktualisiert am

Es geht wieder los: Vor wenigen Tagen ist mit der MSC Orchestra wieder ein Kreuzfahrtschiff durch Venedig gefahren. Viele weitere werden in diesem Sommer folgen – das werden auch die Demonstrationen entlang des Ufers nicht verhindern. Bild: AFP

Die Ankündigung vor einem Jahr, Venedigs Kanäle für Kreuzfahrtschiffe zu sperren, war offenbar im Konjunktiv formuliert. Die Ozeanriesen sind wieder da.

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          Von Weitem wirkte es wie ein Freudentag: Musik, Fahnen, Luftballons. Jung und Alt, Kinder und Hunde – und Boote. Fischerboote, Ruderboote, Lastkähne, auch Segeljollen. Fast wie an Redentore, wenn in Venedig Boot an Boot liegt und an den Ufern Festbankette ausgerichtet werden, um mit dem größten aller venezianischen Volksfeste an das Ende der Pest zu erinnern. Tatsächlich aber ist die Pest wieder da, zumindest in den Augen der Venezianer, die sich am Ufer der Zattere und in den Booten versammelt haben, um gegen die Rückkehr der Kreuzfahrtschiffe zu demonstrieren. Gegen das, was Bürgermeister und Regionalpräsident als „Rückkehr zur Normalität“ anpreisen.

          Die MSC Orchestra war das erste Schiff, mit dem nach der Zwangspause durch die Pandemie in Venedig die Kreuzfahrtsaison wieder begonnen hat: 92000 Bruttoregistertonnen schwer, knapp dreihundert Meter lang, dreißig Meter breit und so hoch wie der Campanile von San Giorgio schob sich das Schiff wie ein schwimmender Plattenbau durch den Giudecca-Kanal Richtung Markusbecken. Und das ausgerechnet am internationalen Weltumwelttag. Obwohl die einwöchige Rundreise um die griechischen Inseln inklusive Vollpension und Corona-Test nur fünfhundert Euro kostet, sind gerade einmal 840 Passagiere an Bord, weniger als ein Drittel der Kapazität.

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