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Cochem an der Mosel : Weinfeste werden nie virtuell

  • -Aktualisiert am

Vierhunderttausend Übernachtungen zählt Cochem in normalen Tourismusjahren. Jetzt ist nichts mehr normal, alle Betten sind leer, und die Reichsburg ist verwaist. Bild: Klaus Simon

Schockstarre, Totenstille, gähnende Leere: Corona hat Cochem, den Pionier des Mosel-Tourismus, mit voller Wucht getroffen. Doch so verzweifelt die Lage erscheinen mag – es gibt auch Grund zur Hoffnung.

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          Mary Shelley kam im Juni 1840 nicht bis Cochem, sondern nur bis Trarbach. Und sie litt, allerdings nicht daran, das damals ins touristische Zeitalter aufbrechende Mosel-Städtchen nicht gesehen zu haben. Es gab Schlimmeres. Auf der Flusstour ab Piesport musste die Schriftstellerin, die ein Vierteljahrhundert zuvor mit dem Roman „Frankenstein oder der moderne Prometheus“ Literaturgeschichte geschrieben hatte, den Mangel der lokalen Bevölkerung an Französischkenntnissen, „elende Gasthöfe“ mit „wenig trostspendenden Zimmern“ und Bratkartoffeln zu jeder Mahlzeit überstehen. Shelley ließ sich dennoch nicht vom Wege abbringen. Eine gehörige Portion Standesdünkel und britische Unverwüstlichkeit halfen weiter, selbst noch beim „absolut quälenden“ Abstieg von Bernkastel nach Trarbach. Die Dreiundvierzigjährige bewältigte auch diese Prüfung, wenn nicht klaglos, so doch immerhin bis ans Ziel, wie in den „Rambles in Germany and Italy in 1840, 1842 and 1843“, einem ihrer weniger bekannten Werke, nachzulesen ist.

          Eine Pionierin war Shelley mit der Mosel-Reise nicht. Schon 1815 hatte Fanny Burney mit Reiseberichten die Neugier ihrer Landsleute geweckt. „Die Mosel ist der bezauberndste Fluß, den ich je gesehen habe, mit ihrem ursprünglichen, unverfälschten Reiz“, notierte die von Jane Austen bewunderte Begründerin des englischen Sittenromans. Von den dreißiger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts an lieferte eine ganze Generation britischer Aquarellisten die sehnsuchtsförderlichen Bilder von der Mosel nach. Frederick Nash, James Duffield Harding, William Callow, Harry John Johnson kamen, sahen, griffen zum Pinsel. Einmal auf Mosel-Reise, führte für die meisten Künstler kein Weg an Cochem vorbei. Denn das Städtchen am Eingang zum wildromantischen Enderttal, gesegnet mit gleich zwei auf Felskegeln bröckelnden Burgruinen, eingezwängt von mittelalterlichen Toren und Mauern, gerahmt von schroffen Felshängen, erfüllte in jeder Hinsicht das Hauptkriterium, auf das es britischen Reisenden bei der Grand Tour durch Europa ankam: Cochem war „picturesque at the highest degree“, wie es Octavius Rooke 1858 in einem mit siebzig Stahlstichen illustrierten Mosel-Buch formulierte.

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