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City-Cards : Städtekarten in Europa: Viel Spaß in der Stadt für wenig Geld

  • -Aktualisiert am

Das Kopenhagener Tivoli bei freiem Eintritt. Nur mit Stadt-Card! Bild: c.Nowak/SRT

Die Liste der Karten-Städte ist fast endlos, manche bieten dem Reisenden sogar gleich mehrere Karten an. Die Leistungen und Versprechungen sollten aber verglichen werden.

          Amsterdam, Brüssel, Budapest, Helsinki, Rom - die Aufzählung ließe sich beliebig fortsetzten. Denn in Europa gibt es kaum noch eine Metropole, die nicht mit einer City-Card viel Stadt für wenig Geld verspricht. Eines haben alle im folgenden vorgestellten Karten gemeinsam: Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist gratis.

          Die Vorreiter der Rabattkarten für Städtereisende bieten bis heute die attraktivsten Karten. Wo City-Card draufsteht ist hier tatsächlich Gratis-Vergnügen drin: zum Beispiel bei der Stockholm-Card. Sie kostet 220 Kronen (zirka 24,50 Euro) für einen Tag, 380 Kronen (ungefähr 42 ¬) für zwei und 540 Kronen (zirka. 60 ¬) für drei Tage.

          Große Auswahl in Stockholm

          Dafür heißt es "Eintritt frei" in über 70 Museen und anderen Sehenswürdigkeiten - darunter das Königliche Schloss, Schloss Gripsholm, der Freizeitpark "Gröna Lunds Tivoli", das Architekturmuseum, das Historische Museum, das Nationalmuseum und Naturhistorische Reichsmuseum (reguläre Eintrittspreise jeweils 40 bis 60 Kronen). Ebenfalls im Preis enthalten ist eine Stadtrundfahrt per Boot, bei Busrundfahrten locken Ermäßigungen. Und als Dreingabe gibt es einen kleinen Stadtführer mit Stadtplan, damit man die zahlreichen Attraktionen auch findet.

          Kopenhagen: Vom Tivoli bis zur Glyptotek

          Ebenfalls ein Tipp für Museen-Sammler unter den Städteurlaubern ist die Kopenhagen-Card. Sie öffnet gratis die Türen zu mehr als 70 Museen und anderen Sehenswürdigkeiten - Tivoli und Zoo stehen genauso auf der Liste wie Schloss Amalienborg, die Neue Carlsberg Glyptotek, das Museum der Guinness-Weltrekorde. Extras: Auch außerhalb Kopenhagens kann man mit dem Kärtchen sparen. Zehn Prozent zum Beispiel bei der Fähre nach Schweden und bis zu 15 Prozent in einigen Museen und Touristenattraktionen in Südschweden sowie in der Umgebung der dänischen Metropole. Die Karte ist erhältlich für 24, 48 oder 72 Stunden und kostet 215, 375 beziehungsweise 495 Dänische Kronen (zirka 30, 50, 67 Euro).

          Wien verbilligt die Melange und Torte

          Ein erfolgreicher Dauerbrenner ist die Wien-Karte. Sie kostet für drei Tage 15,25 Euro und entpuppt sich bei genauerer Betrachtung mittlerweile als wahre Wundertüte. Waren es Anfangs hauptsächlich Museen und einige andere Sehenswürdigkeiten, die ermäßigten Eintritt gewährten, verheißen heute auch diverse Geschäfte und Lokale Preisnachlässe. Fünf bis zehn Prozent lassen sich beim Einkaufen sparen, sogar bis zu 23 Prozent günstiger werden Melange und Torte im richtigen Caféhaus.

          Sonntags gibt es Lissabon auch ohne Karte kostenlos

          In Lissabon verheißt die "Lisboa Card" freien Eintritt zu 27 Museen und Monumenten und bis zu 50 Prozent Ermäßigung bei weiteren Sehenswürdigkeiten rund um die Stadt. Neuerdings sind auch die Fahrten mit der berühmten Electrico Linie 28 durch die Baixa und die Alfama sowie die Trambahn zum Vorort Belem mit dem Kärtchen bezahlt - früher musste man für die beliebten Touristenlinien noch mal ins Portemonnaie greifen. Die Lisboa-Card kostet pro Erwachsenem für 24 Stunden 10,50 Euro, die Karte für zwei Tage kostet 17,45 Euro, für drei Tage 22,45 Euro (Kinder zahlen 4,25, 6 oder 8,50 Euro). Achtung: Sonntags lohnt sich die Anschaffung kaum, denn dann sind vormittags alle Museen kostenlos.

          Venedig: umsonst auf's stille Örtchen

          Blau und Orange sind die Farben der noch recht neuen Venice-Card. Venedig-Besucher, die am liebsten zu Fuß unterwegs sind, können sich die blaue Karte sparen: Sie gewährt Besuchern über 29 Jahre zum Preis von elf Euro für einen, 23 Euro für drei und 41 Euro für sieben Tage freier Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln lediglich die Benutzung öffentlicher Toiletten (regulär 50 Cent pro Besuch). Interessanter ist die Karte in orange (26, 42 oder 58 Euro): Sie bietet zusätzlich vergünstigten Eintritt in neun Museen der Lagunenstadt, unter anderem den Dogen-Palast.

          Kartenvielfalt in London

          In Rechnerei ausarten kann ein Londonbesuch angesichts der Kartenflut in der Metropole an der Themse. Die Visitor Travelcard (drei Tage 21 Euro, sieben Tage 33 Euro) ist in erster Linie eine Fahrkarte für öffentliche Verkehrsmittel. Im Preis enthalten ist jedoch ein Gutschein-Heft, das diverse Rabatte in vergleichsweise dürftigen 35 Londoner Attraktionen verheißt. Wem das nicht genug ist, der soll mit dem Rabatt-Reiseführer "London for Less" auf seine Kosten kommen. Statt öffentlicher Verkehrsmittel locken hier zum Beispiel 30 Autovermieter mit Rabatten bis zu 50 Prozent. Gleiches gilt für Hotels, Restaurants und Geschäfte sowie für 45 Sehenswürdigkeiten und Museen. Die Karte kostet beim Kauf in Deutschland 26,59 Euro und gilt für bis zu vier Personen acht Tage lang.

          Dritte im Bunde des Londoner Kartenspiels ist "The London Pass": Vom London Aquarium bis zum Tower of London, von Kensington Palace bis Windsor Castle reicht die Liste der Attraktionen und Aktivitäten, die mit freiem Eintritt locken. Dennoch will die Investition gut überlegt sein. Denn mehr als zwei, drei Museen am Tag sind ohne Besichtigungsstress kaum zu machen - und dafür müssen immerhin 30,68 Euro hingeblättert werden, mit Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sogar 41,93 Euro. Der Pass für drei Tage kostet 53,69 Euro, mit Bus und U-Bahn 85,39 Euro.

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