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Asien in Holland : Kulinarische Missionsarbeit im fernen Westen

So stilvoll gekleidete Sakereinbringerinnen trifft man außerhalb Japans wohl nur im Hotel Okura in Amsterdam. Bild: The Leading Hotels of the World

Hafenstädte erkennt man seit jeher an ihren kulturellen Einflüssen aus Übersee. Vielleicht kann man deshalb in Amsterdam so gut chinesisch und japanisch essen.

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          Überall stehen diese putzigen Kaufmannshäuser mit ihren weiß gerahmten Sprossenfenstern, gekrönt von barocken Giebeln, aus denen Hebebalken ragen, die einst zum Heraufziehen der Waren in den Speicher dienten. Und dann erzählt uns Justin von der verruchten, elenden Vergangenheit, die man sich in dieser Kulisse kaum vorstellen kann. In den Kellern wurde Opium geraucht, dort stürzte so mancher Matrose ins Elend. Die älteren Chinesen qualmten ihre Pfeifchen ganz offen auf der Straße. In den fünfziger und sechziger Jahren war das Viertel um den Zeedijk und die Binnen Bantammerstraat besonders verrufen. Nach dem Opium kam das Heroin, und die amerikanischen Soldaten, die in Deutschland stationiert waren, wurden besonders gute Kunden in den Jazzclubs und den illegalen Bordellen mit ihren Hinterzimmer-Massagestudios.

          Amsterdam ist eine Hafenstadt, und Hafenstädte sind generell offen für Einflüsse aus aller Welt, gute wie fragwürdige. Doch besonders stark sind die Bande in den Fernen Osten, nach Japan und China. Die Chinesen kamen spät, erst um 1910, als die holländischen Heizer streikten, die gesamte Schifffahrt lahmlegten und man Kräfte aus dem Ausland anheuern musste. In China wurde man fündig, und die chinesischen Heizer blieben – bis zur Wirtschaftskrise um 1930, als der Handel schwächelte und die Heizer umschulen mussten. Sie rösteten nun Erdnüsse oder eröffneten kleine Läden und prägen das Viertel in der Innenstadt um Oude Kerk und Nieuwmarkt bis heute. Man bekommt hier auf mehreren Stockwerken asiatische Lebensmittel, Medizin, Porzellan, Kochzubehör, Gewürze – also eigentlich alles.

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