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Bundeskanzleramt : Der beste Blick auf die Bundeswaschmaschine

  • -Aktualisiert am

Das neue Bundeskanzleramt in einer Detailansicht Bild: AP

Das Bundeskanzleramt entwickelt sich zur Besucher-Attraktion im Berliner Regierungsviertel. Selbst die Hauptstädter freunden sich zunehmend mit dem einst so geschmähten Kolossalbau an.

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          Das neue Bundeskanzleramt steht nicht nur auf der aktuellen Besichtigungsliste von Berlin-Besuchern ganz oben. Seit der Schlüsselübergabe und den ersten "Tagen der offenen Türen" am 1. und 2. September hat sich selbst die Stimmung der Hauptstädter gegen das anfangs nur mit Spott und Häme bedachte Bauwerk gewandelt. Die heiteren Raumfolgen im Inneren des Kanzlerbaus gefallen den Besuchern und werden fast einhellig als würdiger Rahmen für Kanzlerfeste und Staatsbankette gelobt.

          Viel Kritik war vor der Fertigstellung der neuen Machtzentrale Deutschlands zu hören: zu kolossal, zu protzig sei der Entwurf der Architekten Axel Schultes und seiner Kollegin Charlotte Frank. Dem Kanzler wäre es, so sagte er, "eine Nummer kleiner" lieber gewesen. Wer davor steht, der muss ihm erst mal recht geben: Die endlosen Außenmauern der Südseite wirken fast erdrückend. Lediglich am Übergang zur Spree durchbricht ein angenehmes Wechselspiel von großen runden Öffnungen und schlanken Säulen die glatte Fassade aus Sandstein und Glas. Bis die frisch gepflanzten Eichen die pompöse Außenwirkung mildern, fließt wohl noch viel Wasser die Spree hinab.

          Feinspülgang in der Waschmaschine

          Viel früher wird sich allerdings wohl eine jener Verballhornungen durchsetzen, mit der die Berliner stets markante Bauwerke bedenken. Auch der Kanzlerbau hat seit dem ersten Spatenstich bereits diverse "Kosenamen". Von Kohls Rache, Kohlosseum, Spreetempel oder Elefantenhaus war die Rede. Seit jedoch die ersten Bilder der bullaugenförmigen Panoramafensterscheibe in Schröders Arbeitszimmer veröffentlicht wurden, erhält ein neuer Begriff Auftrieb: Bundeswaschmaschine.

          Kurzer Spaziergang vom Reichstag

          Der Koloss in Weiß war bereits als Baustelle fester Bestandteil von Stadtrundfahrten per Bus oder Spreedampfer. Zu besichtigen ist das Gebäude an normalen Tagen freilich nur von außen. So schlendern die meisten einfach anlässlich eines Rundgangs durchs Regierungsviertel die paar Schritte vom Reichstag herüber. Von dieser Seite bietet sich der beste Blick über den Ehrenhof auf die heitere, durch Säulen gegliederte Hauptfassade.

          Nächste Innenbesichtigung: Februar 2002

          Anfang September hatten dann endlich auch Touristen und Berliner Gelegenheit, das Innere des Kanzlerbaus zu besichtigen. Aufgrund des unerwartet großen Andrangs an diesen beiden Tagen wird im Bundespresseamt schon von einem zusätzlichen Termin im Februar 2002 gesprochen.

          Selbst wer nicht zu diesem Zeitpunkt kommt, der muss sich nicht grämen. Denn die Wirkung des Gebäudes nimmt eigentlich nur zu, je weiter der Betrachter sich von ihm entfernt. Mit dem schönsten Blick auf die neueste Attraktion des Regierungsviertels lockt der Lehrter Bahnhof. Von hier aus gesehen bildet das neue Kanzleramt ein beeindruckendes Ensemble mit dem Reichstag und den Hochhäusern am Potsdamer Platz.

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