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Insel Boracay : Paradies – leider geschlossen

Schön hier. Doch am 26. April müssen alle Touristen ausreisen, denn die Insel macht dicht. Bild: AFP

„Wenn man ins Wasser geht, stinkt es. Nach was? Nach Scheiße.“ So hat Präsident Rodrigo Duterte über die „schönsten Insel der Welt“ auf den Philippinen gesprochen – und sie kurzerhand geschlossen. Und jetzt?

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          Polizisten in Kampfausrüstung, die an einem traumhaft weißen Sandstrand demonstrierende Feriengäste zurückdrängen. Sicherheitskräfte mit Gewehren im Anschlag, die im Sand vermeintliche Geiseln befreien. Auf Boracay ging es in den vergangenen Tagen nicht zu, wie man es von einem Ferienparadies erwartet. Aber es war kein Einsatz gegen Terroristen oder aufgebrachte Demonstranten. Es handelte sich vielmehr um Trockenübungen der Behörden, die von Donnerstag an die Einhaltung des Tourismusverbots auf der philippinischen Insel überwachen. Sie sollen dafür sorgen, dass es in den kommenden sechs Monaten nicht zu ungewollten Zwischenfällen kommt.

          Till Fähnders
          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Die Stärkedemonstration der Sicherheitskräfte dürfte ganz nach dem Geschmack des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte gewesen sein. Der für sein rüpelhaftes Auftreten bekannte Präsident hatte die Schließung der Insel für sechs Monate erst vor kurzem angeordnet; ziemlich eigenmächtig, wie viele finden. Dabei geben ihm die meisten recht mit seinem Urteil über den Zustand der „schönsten Insel der Welt“. Ein Großteil der Abwässer aus den Häusern und den Hotels wird offenbar direkt in den Ozean geleitet. „Wenn man ins Wasser geht, stinkt es. Nach was? Nach Scheiße“, hatte der Präsident gepoltert.

          Kritik an Duterte wird kaum noch geduldet

          Dutertes Berater hatten da nur eine teilweise Schließung empfohlen, damit die Insel sich von den Auswirkungen der Touristenströme erholen könne. Der impulsive Präsident ordnete aber kurzerhand die komplette Sperrung an. Für die Touristenbranche auf der beliebtesten philippinischen Ferieninsel war die Entscheidung ein Schock. Tausende Mitarbeiter verlieren nun erst einmal ihre Jobs. Der Tourismusindustrie gehen wohl Einnahmen in Höhe von hunderten Millionen von Euro flöten. Die versprochenen Entschädigungen werden das kaum auffangen. Doch die Proteste hielten sich in Grenzen. Kritik an Duterte wird kaum noch geduldet. Eine Klage am Obersten Gericht ist anhängig, mit der die Verordnung vielleicht noch gestoppt werden könnte.

          Am Donnerstag, dem ersten Tag der Schließung, wurden nur noch Personen auf die Fähren gelassen, die nachweisen konnten, dass sie dort ihren Wohnsitz haben. Auf der Insel patrouillierten Soldaten. Präsident Duterte wird wahrscheinlich noch den Notstand über die Insel verhängen, um seine drastischen Maßnahmen durchzuziehen. Böse Zungen behaupten, er wolle mit Hilfe der Militärs weiter seinen Griff über das Land festigen. Außerdem wollen chinesische Unternehmen angeblich ein großes Casino auf Boracay bauen; die Schließung sei ein Freundschaftsdienst an die Investoren. Die Regierung dementiert diese Berichte aber vehement.

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