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Bombenanschläge : Spanien versucht Feriengäste zu beruhigen

  • Aktualisiert am

Tod einer Eta-Aktivistin: Spanische Anti-Terror-Einheit Bild: AP

Erneut hat es zwei Bombenanschläge in Spanien gegeben. Die Behörden versuchen zu besänftigen, um den Tourismus in Gang zu halten.

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          Bombenalarm auf dem Flugplatz von Malaga, Explosionen in der Innenstadt von Barcelona und in Vitoria, die Serie der Terroranschläge in Spanien hat sich auch am Donnerstag und Freitag fortgesetzt. Für Feriengäste gebe es dennoch keine Gefahr, beeilen sich die Behörden zu betonen.

          „Die spanischen und ausländischen Urlauber können unbesorgt an die Costa del Sol kommen und dort ihre Ferien genießen“, betonte am Freitag Manuel Chaves, der Regierungschef der autonomen spanischen Provinz Andalusien. „Ein paar Verrückte können nicht ein ganzes Land in Angst versetzen“, spielte Tourismusminister Jose Hurtado die Situation herunter. Auch die Tourismusbranche reagierte bisher mit Gelassenheit auf den Terror. Spanien sei nach wie vor eines der sichersten Reiseziele betonte eine Sprecher des TUI-Konzerns. Wie die Erfahrung in den vergangenen Jahren zeige, hätten die Anschläge keine Auswirkung auf die Feriengebiete. Auch jetzt gebe es keine Stornierungen, betonte der Verband der spanischen Reisebüros: „Die Costa del Sol ist voll mit Urlaubern und wird im August noch voller sein.“

          Bombe im letzten Moment entschärft

          Ob sich an dieser Situation etwas ändern würde, sobald in den Touristenzentren ein folgenschwerer Vorfall ereignen sollte, ist im Moment noch Spekulation. Mit dem versuchten Bombenanschlag auf den von Touristen stark frequentierten Flughafen von Malaga stand die Katastrophe bereits unmittelbar bevor. Die 60 Kilogramm-Bombe, die die baskische Separatistengruppe Eta in einem Auto deponiert hatte, explodierte am Donnerstag nur deshalb nicht, weil Sprengstoffexperten den Zünder noch rechtzeitig unschädlich machen konnten. Ein ferngesteuerter Roboter brachte den Zeitzünder zum Stillstand, ehe die Bombe per Hand endgültig entschärft wurde. Niemand wurde in Mitleidenschaft gezogen.

          Dies war am Freitag in der Innenstadt von Barcelona anders. Bei der Explosion eines Sprengatzes wurden der Menschen durch herumfliegende Glassplitter verletzt. Die Geschäftsräume einer Sparkasse wurden durch die Paketbombe weitgehend zerstört. Aufgrund der Bauart der Bombe glaubt die Polizei in diesem Fall nicht an eine Beteiligung der Eta. Dies dürfte beim Anschlag auf die Wohnung eines Offiziers der spanischen Streitkräfte in der baskischen Regionalhauptstadt Vitoria anders sein. Glücklicherweise wurde auch hier niemand verletzt.

          Polizei verstärkt Präsenz am Mittelmeer

          Einen letzter Beleg dafür, dass die Eta - wie seit 1979 schon - erneut eine Anschlagsserie in der Hauptreisezeit vorbereitet, zeigt der Tod einer jungen Frau vor einigen Tagen in Torrevieja bei Alicante. Sie starb beim Hantieren mit Sprengstoff. Nach Erkenntnissen der Fahnder bereitete sie mit einem inzwischen untergetauchten Komplizen eine Serie von Bombenanschlägen in den spanischen Badeorten vor. Damit die Touristen unbeschwert ihre Ferien dort verbringen können, hat die Polizei ihre Präsenz an der Mittelmeerküste inzwischen verstärkt. Angesichts der kleinen, mobilen Kommandos von Eta-Aktivisten, die bisher ein rein bürgerliches Leben führten, fällt es den Fahndern jedoch schwer, jegliche Gefahr von vornherein auszuschließen.

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