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Baseler Museumscafés : Kunstpausen fördern den Kunstgenuss

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Blick auf den beliebtesten Brunnen der Stadt

Gleich um die Ecke steht mit der Kunsthalle eine weitere Baseler Institution, die seit 1872 konsequent nach vorn schaut und darauf bedacht ist, schon heute die Künstler von morgen zu entdecken. Im Archiv dokumentieren zwanzigtausend Fotografien, welche später berühmten Künstler hier schon frühzeitig ausstellen durften. Bereits 1913 waren Werke Picassos und der deutschen Expressionisten zu sehen. In den aktuellen Ausstellungen darf man spekulieren, welche Zukunft zeitgenössischen Künstlern wie Sam Lewitt oder Yngve Holen beschert sein mag. In merkwürdigem Kontrast dazu steht das Restaurant der Kunsthalle, das mit Kronleuchtern, holzgetäfelten Wänden und barocken Fresken eine schummrig bürgerliche Aura verbreitet. Hier könnte man Friedrich Dürrenmatt, Max Frisch oder den exilierten Thomas Mann an einem Tisch in der Ecke vermuten.

Wem das etwas zu konservativ verstaubt erscheint, der kann vom „braunen“ in den „weißen Saal“ wechseln, in dem Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts die Wände ziert. Im Sommer ist man am besten unter den Kastanien im Gastgarten aufgehoben, in dem auf der Rückwand der Kunsthalle die biederen Abbildungen der Musen Poesia, Musica und Pictura zu sehen sind, auf der anderen Seite jedoch der lebendigste und beliebteste Brunnen der Stadt plätschert. Jean Tinguely hat darin kinetische Figuren, rotierende Maschinen und Räderwerke als drehendes, schöpfendes, kurbelndes und sprühendes Wasserkunstwerk installiert.

Ein Labyrinth aus Theater und Kaffeehaus

Jeder, der Gefallen an dieser Kunstform findet, kann gleich weiterziehen ins Museum Tinguely am Kleinbaseler Rheinufer. Das vom Tessiner Architekten Mario Botta entworfene Gebäude beherbergt die weltweit größte Tinguely-Sammlung – von grafischen Musterblättern über filigrane Mobiles bis hin zu monumentalen Großmaschinen, die von Kindern und Erwachsenen ratternd und quietschend in Bewegung gesetzt werden dürfen. Hat man genug von dieser industriellen Museumsatmosphäre, lässt sich prächtig entspannen im Café Chez Jeannot, in dem Zeichnungen, Plakate und allerlei leuchtende und blinkende Installationen an Tinguely erinnern. Man kann aber auch einfach den Blick auf den Rhein genießen.

Der Abend und die Nacht gehören dem Teufelhof. Dort betritt man eine einzigartige Kombination aus Kunst, Kultur und Alltag, ein Labyrinth aus Theater und Kaffeehaus, archäologischem Museum und Weinkeller, innovativem Art Hotel und Gourmet-Restaurant. Im Kellergeschoss wurden die Überreste von zwei mittelalterlichen Stadtmauern freigelegt und die zahlreichen Fundstücke in Vitrinen ausgestellt. Der verwinkelte unterirdische Gang zwischen den rohen Steinmauern dient zugleich als originelles Ambiente für eine Bar und eine Vinothek.

Darüber wurden zwei Altstadthäuser mit Garten und Innenhof zusammengelegt, eine kleine Theaterbühne integriert und mit mehreren Gaststuben kombiniert. Es gibt Wandtafeln und Papierrollen, auf denen sich die Gäste künstlerisch versuchen können. Eine aparte Schlusspointe für den Ausflug zur Kunst in Basel sind die Hotelzimmer, jedes von einem anderen Künstler individuell gestaltet und in ein bewohnbares Gesamtkunstwerk umgewandelt. Als dessen lebendiger Bestandteil kann sich der Gast dann für die eine oder andere Nacht einnisten.

Kunst und Genuss in Basel

Gastronomie: Bistro Kunstmuseum, St. Alban-Graben 16; Bistro Antikenmuseum, St. Alban-Graben 5; Restaurant Kunsthalle, Steinenberg 7; Bar Füsser im Museum für Geschichte, Barfüsserplatz; Rollerhof im Museum der Kulturen, Münsterplatz 20; Café Papiermühle im Museum für Druck, Papier und Schrift, St. Alban-Tal 37; Chez Jeannot im Museum Tinguely, Paul Sacher-Anlage 1; Villa Berower Park in der Fondation Beyeler, Baselstrasse 10, Riehen; Café VitraHaus im Vitra Design Museum, Charles- Eames-Straße 2, Weil am Rhein; Teufelhof, Leonhardsgraben 47-49. • Die großen Ausstellungen: Kandinsky, Marc und Der Blaue Reiter, bis 5. Januar 2017 in der FondationBeyeler; Alexander Girard, bis 29. Januar 2017 im Vitra Design Museum; der figurative Pollock, 2. Oktober bis 22. Januar 2017 im Kunstmuseum; Musikmaschinen/Maschinenmusik, 19. Oktober bis Januar 2017 im Museum Tinguely.

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