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Baseler Museumscafés : Kunstpausen fördern den Kunstgenuss

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Ein Ensemble zeitgenössischer Baukunst

Eine extravagante Form der Entspannung von der Kunst, ohne den Spannungsbogen zu sehr abzuschwächen, ist der im Frühjahr eröffnete Rehberger-Weg, der zwei Länder, zwei Städte und zwei weltberühmte Museen verbindet: fünf Kilometer grenzüberschreitend durch Wiesen und Weinberge, von der Fondation Beyeler zum Vitra Design Museum in Weil am Rhein. Der Clou sind vierundzwanzig Kunstwerke und farbenfrohe Installationen, die der deutsche Künstler Tobias Rehberger entlang der Route verteilt hat und die dem Wanderer die Richtung weisen. Zwei bunte Glocken an den Endpunkten des Weges, eine Wandmalerei, ein Bodengemälde, lustige Vogelkäfige, eine Wetterfahne, auch nützliche Geräte wie ein Mülleimer und ein Fernrohr sowie andere Überraschungen machen den anderthalbstündigen Spaziergang zu einem Kunsterlebnis in der Natur, zu einer Naturbegegnung zwischen Wegmarken der Kreativität.

Das Restaurant Rollerhof im Museum der Kulturen, irgendwo zwischen Münsterplatz und den Zivilisationen der weiten Welt.

Diese inspirierende Tour lässt sich anschließend fortsetzen mit einer zweistündigen Führung durch den Architekturpark hinter dem Vitra Design Museum, in dem zahlreiche renommierte Architekten mit avantgardistischen Bauwerken ein einzigartiges Ensemble zeitgenössischer Baukunst geschaffen haben. Das Museumsgebäude selbst stammt von Frank Gehry, Ende der achtziger Jahre sein erstes Bauwerk in Europa, das den Stilbegriff des Dekonstruktivismus mitprägte. Herausragend sind außerdem der Konferenzpavillon von Tadao Ando, das Feuerwehrhaus von Zaha Hadid, die Tankstelle von Jean Prouvé, die Produktionshalle mit einer beweglichen Brücke von Álvaro Siza und das verschachtelte VitraHaus der Baseler Architektengruppe Herzog & de Meuron, in dem auch das Museumscafé mit seinen zahlreichen Design-Elementen untergebracht ist. Mit einem Imbiss versorgen kann man sich außerdem vor dem Gebäude an einem silbernen Wohnwagen vom Typ Airstream Globetrotter, einer Design-Ikone aus den sechziger Jahren, die zum Kiosk umfunktioniert ist.

Die erste öffentliche Kunstsammlung der Welt

Wegen der mehr als vierzig Museen und der Parade zeitgenössischer Bauwerke darf sich Basel zu Recht als Kunst-, Kultur- und Architekturkapitale der Schweiz bezeichnen. Das hat Tradition, denn das kulturelle Engagement der Stadt und ihrer Patrizier reicht schon Jahrhunderte zurück. 1671 entstand hier die erste öffentliche Kunstsammlung der Welt, nachdem die Ratsherren die private Kollektion des Baseler Bürgers Basilius Amerbach erworben hatten, um deren Verkauf nach Holland zu verhindern. Diese Werke waren die Keimzelle des Baseler Kunstmuseums, und weil es mit weltoffenen Ankäufen jeweils aktueller Kunstrichtungen und hochkarätigen Schenkungen stetig voranging, besitzt das Museum inzwischen eine der großartigsten Sammlungen in Europa. Sie reicht vom fünfzehnten Jahrhundert bis in die Gegenwart und wird, anders als in vielen ähnlichen traditionellen Museen, durch den Erwerb zeitgenössischer Kunst beständig erweitert.

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