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Bali : Ein Münchner im Himmel

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Ein Bayer auf Bali: Diesen Ausblick auf die Vulkane im Osten Javas genießt Magnus Bauch von seinem Hotel in Pemuteran aus - und erzählt dann seine märchenhafte Geschichte. Bild: Caro / Ruffer

Fast wie im Märchen: Die Geschichte von Magnus Bauch, dem bayerischen Weißwurstkönig, der sich in eine indonesische Königin verliebte und heute ein Hotel auf Bali führt.

          Als sie ihr Märchen zu erzählen beginnen, frühmorgens in der holzvertäfelten Küche hinter der Metzgerei im Süden der Stadt, mischt sich der Duft frischen Kaffees mit dem Geruch des kalten Fleisches. Der bayerische Prinz und die indonesische Prinzessin sitzen in weißen Fleischermänteln am Tisch, wobei der Prinz ja genaugenommen ein König ist: Münchens Weißwurstkönig. Er trägt den Märchennamen Magnus Bauch, frei übersetzt: Großer Ranzen. Seine Frau Parwathi stammt von der Insel der Götter, und wie die beiden zueinanderfanden und später zu einem Luxushotel auf Bali kamen, davon handelt diese Geschichte. Sie ist wie jede mündliche Überlieferung nicht im Detail nachzuprüfen, und doch mag man so einer Geschichte glauben, wenn sie denn gut erzählt ist. Und der Herr Metzger ist ein vorzüglicher Erzähler.

          Alles beginnt im tristen München der Nachkriegszeit, wo ein Vierjähriger beschließt, später einmal wie der so verehrte Vater zu werden: „Ich werd a mal a Metzger.“ Als der Junge zwölf ist und draußen der Deutsche Herbst sich ankündigt, sitzt er im Wohnzimmer vor dem Fernseher und sieht „Meuterei auf der Bounty“, den Südseefilm mit Marlon Brando und den vielen exotischen Frauen. „So eine hol’ i mir auch mal“, beschließt er nun. Sein erster Plan geht nach der Mittleren Reife und der Fleischerschule auf, den zweiten sollte sein Vater vorantreiben. „Eigentlich gehörst auch mal furt“, sagt der Metzgermeister zum Sohn, der doch Englisch gelernt hat und damit auch etwas anfangen soll. So werden Geschäftstermine mit internationalen Metzgern vereinbart, auf Bali, in Osaka und New York, weil „wenn, dann gleich gescheid“.

          Gleich nach der Ankunft verliebt

          Die Reise beginnt auf Bali, wo der Junge in Denpasar seine Metzgerkenntnisse präsentieren soll. Er ist noch keine 18, als er im Hotel eincheckt. Bali kennt noch keinen Massentourismus, nur einige abenteuerlustige Urlauber bereisen damals die Insel, und die Hippies treffen sich an den Stränden und feiern mit halluzinogenen Pilzen. Es ist eine vorglobalisierte Zeit, die seinen Reisenden noch wahre Exotik zu bieten weiß. Zumal einem jungen Metzger aus Bayern.

          Die Weltreise hat noch gar nicht richtig begonnen, und doch ist das Ziel schon erreicht: Der Tourist hat sich gleich nach seiner Ankunft in eine Balinesin verliebt, die hinter der Rezeption arbeitet. Ida Ayu Parwathi heißt sie. „Liebe auf den ersten Blick“, erinnert sich der heute 59 Jahre alte Bauch, und seine Frau nickt. Anfangs treffen sie sich nur an der Rezeption, aus Angst vor ihrem Vater. Der ist ein angesehener Mann, der aus der höchsten balinesischen Brahmanen-Kaste stammt und beim Militär Karriere macht, was die Liaison doppelt gefährlich erscheinen lässt: Keine Autorität sieht sich gerne bloßgestellt durch eine unpassende Beziehung der Tochter. Und: Wer in der Armee ist, hat im Zorn eine Schusswaffe parat.

          Ja mei, is des schee! Saftig grüne Reisfelder in der Nähe von Pemuteran.

          Die Lage scheint aussichtslos, doch Magnus Bauch hat einen Plan: Brautraub. Er will Parwathi heimlich nach Deutschland bringen. Zwar lässt er sein ursprüngliches Vorhaben fallen, seiner Angebeteten einen falschen Reisepass zu besorgen. Am Fluchtplan aber hält er fest. Er vereinbart ein geheimes Treffen mit der jungen Indonesierin, im Tempel von Uluwatu, 30 Kilometer vom Hotel entfernt an der Südspitze der Insel.

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