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Bahn : Der Eurostar wird schneller

  • Aktualisiert am

Der Eurostar macht Tempo Bild: AP

Die schnelle Zugverbindung zwischen London und Paris sowie Brüssel wird noch ein wenig schneller. Auf der britischen Seite des Ärmelkanals ist ein neues Teilstück freigegeben worden.

          Mit mehr Tempo will die Eurostar-Gesellschaft mehr Kundschaft anlocken. Eine 75 Kilometer lange Schnellbahnstrecke zwischen dem Eurotunnel und der englischen Ortschaft Gravesend soll 700.000 Reisende im Jahr zusätzlich anziehen.

          In London wurde die offizielle Eröffnung der Teilstrecke gefeiert, die ab dem 28. September dem regulären Schienenverkehr zur Verfügung steht. Die Eurostar-Züge von Brüssel und Paris nach London werden jeweils 20 Minuten gewinnen.

          Langsam in Großbritannien

          Seit die Schnellzug-Verbindung durch den Eurotunnel 1994 anrollte, stand das schnelle Tempo der Züge auf dem europäischen Festland und im Tunnel im eklatanten Mißverhältnis zu dem langsamen Tempo in Großbritannien. Auf der britischen Seite mußten die Züge auf die Bremse drücken, weil sie nicht auf einer Schnellbahnstrecke verkehrten, sondern auf Gleisverbindungen aus dem 19. Jahrhundert, die auch von Nahverkehrszügen genutzt wurden.

          Das neue Trassenstück bis Gravesend wird diese Schwäche allerdings nur zum Teil beheben. Bis zum Jahr 2007 will die Eurostar-Gesellschaft aber das letzte Teilstück auf britischer Seite fertigstellen. Die Fahrtzeit der Züge soll sich dann auf zwei Stunden zwischen Brüssel und London sowie auf zweieinviertel Stunden zwischen Paris und London verringern. Bislang dauerte die Fahrt von Brüssel nach London rund zwei Stunden und 40 Minuten, die Fahrt zwischen Paris und London etwa drei Stunden.

          Kundenzahlen rückläufig

          Für die in fünf Jahren fertiggestellte Teilstrecke wurden 2,7 Milliarden Euro ausgegeben. Der zweite Abschnitt dürfte fast das Doppelte kosten. Die Züge sollen schließlich nicht mehr zum Waterloo-Bahnhof im Londoner Süden fahren, sondern die Themse unterqueren und am St-Pancras-Bahnhof anhalten. Ende Juli hatte der Eurostar bei einer Testfahrt bereits einen Geschwindigkeitsrekord auf englischem Territorium aufgestellt - die Höchstmarke wurde mit einem Schlag von 259,5 auf 334,7 Stundenkilometer verbessert.

          Im vergangenen Jahr nutzten sieben Millionen Reisende den Eurostar. Allerdings war die Fahrgastzahl vor dem Hintergrund der schwachen Konjunktur und der steigenden Kundenzahl von Billigfliegern rückläufig. Auf den Verbindungen zwischen Brüssel und London sowie zwischen Paris und London hat die Bahn einen Marktanteil von rund 60 Prozent, die sie durch die Beschleunigung auf 70 Prozent steigern will. Die übrigen Reisenden werden von den herkömmlichen Fluglinien (34 Prozent) oder Billigfliegern (5 Prozent) transportiert.

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