https://www.faz.net/-gxh-a0ptp

Île de Ré : Ferienfotos an der Gefängnismauer

  • -Aktualisiert am

Rückkehr zur Normalität, die Insel ist wieder geöffnet – für mehr als hunderttausend Gäste. Bild: Picture-Alliance

Dörfer, Meer und Dünen, Austern und Einsamkeit: Unter Frankreichs herrlichen Ferienorten zählt die Île de Ré zu den herrlichsten. Einen düsteren Ort allerdings gibt es dort – so gut er auch getarnt ist.

          11 Min.

          Denn Theben ist für Memphis das, was Lausanne für Genf ist“ – diese Liedzeilen der Comedian Harmonists lassen sich reimlos auf die Gegenwart übertragen: Was Sylt für Hamburger ist, bleibt die Ile de Ré für die Pariser, zumindest für die aus dem XVI. Arrondissement. Trotzdem hinkt der Vergleich. Angesichts der Bausünden, die Sylt lädiert haben, wirkt die Ile de Ré immer noch intakt. Der dunkle Punkt der Insel liegt verborgen hinter alten Mauern. Den rauhen, grauen Feldsteinen, aus deren Fugen Gras wächst, ist nicht anzusehen, dass sich dahinter das Terrain des größten lokalen Arbeitgebers befindet. Dem Fremden unzugänglich, da sich die schmale Pforte, über der schlapp die Trikolore hängt, nur für Angestellte öffnet. Und dann und wann für einen, der Jahre oder Jahrzehnte hinter den Mauern eingekerkert war. Im Hochsicherheitstrakt sitzen bis zu fünfhundert Langzeitgefangene ein. Damit ist das zentrale Zuchthaus von Saint-Martin-de-Ré das größte Frankreichs. Auf Satellitenbildern erscheint das Areal schamhaft verpixelt.

          Am Ort ist es mit bloßem Auge kaum zu erkennen. Der Reisende sieht nur meilenlange Strände, heimelige Häfen, putzige Dörfer, weißgetünchte Häuschen, grüne Fensterläden, Stockrosen. Das perfekte Idyll, die ideale Sommerfrische alten Stils, beschirmt von nostalgischem Geschmack, strikten Bauvorschriften und gewissenhaftem Naturschutz.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Wie viele Leute sich allein ins Grüne trauen, kann auch ein Gradmesser für die allgemeine Sicherheit einer Gegend sein (Symbolbild).

          Im Bikini in den Park : Dann gucken sie eben!

          Es ist heiß, und in der Wohnung ist es noch heißer. Also raus in den Park. Frauen kostet es häufiger Überwindung, sich allein im Bikini auf die grüne Wiese zu legen. Warum eigentlich? Und lohnt es sich?
          Schlag auf Schlag: Nicht jeder, der im Büro sitzt, ist produktiv.

          Langeweile im Beruf : 120.000 Euro für zwei Mails am Tag

          Es ist ein großes Tabu des Büroalltags: Manche Angestellte haben kaum etwas zu tun. Selbst hochbezahlte Anwälte klagen über Langeweile. Wie kann das sein?
          Der Traum vom Familienglück in den eigenen vier Wänden kann auch auf Zeit gelebt werden.

          Für junge Akademiker : Ob sich das Eigenheim auf Zeit lohnt

          Für Familien ohne Kapital ist es schwierig ein stadtnahes Eigenheim zu finanzieren. Jedoch kann man den Vermieter gegen eine Bank tauschen – und das Haus im Alter wieder verkaufen.