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Atlas Maior : Stone Town, Sansibar

Bild: Taschen Verlag

Die Belohnung für die überlebte Anreise ist märchenhaft: Eine palmengesäumte Küste und ein immerfort sanft wehender Wind bereiten empfangen den Reisenden unerhört sanft, die Altstadt riecht nach Zimt und Nelken.

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          Alles, was ich über Sansibar wußte, war, daß Alfred Andersch ein Buch darüber geschrieben hat, das ich leider nicht gelesen habe, weil unser Lehrer die „Deutschstunde“ von Lenz besser fand. Und weil unser Geographielehrer sehr oft krank war, wußte ich auch sehr lange nicht, ob diese Insel mit dem exotischsten aller Namen in Asien oder in Afrika oder sogar in Ozeanien liegt. Aber ich wollte dorthin fahren, unbedingt.

          Barbara Liepert

          Verantwortlich für das Ressort „Reise“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          In Daressalam wanderten Bürgerkriegsflüchtlinge aus Ruanda ziellos durch die Straßen; ich sah zum ersten Mal Menschen mit Lepra, und den Weiterflug nach Sansibar habe ich durch glückliche Fügung des Schicksals überlebt. Und zum ersten Mal das Pathos in alten Reiseberichten verstanden. Es speist sich aus dem Adrenalin der überlebten Anreise.

          Wind weht sanft und immerfort

          Die Belohnung aber ist märchenhaft: Eine palmengesäumte Küste und ein immerfort sanft wehender Wind empfangen den Reisenden unerhört sanft, bröselnde Sultanspaläste, herrliche persische Bäder verstecken sich in den Hunderten von kühlen Gassen, die sich durch die Altstadt winden; ein Labyrinth, das nach Zimt und Nelken riecht und das der Fremde nie ergründen wird.

          Der beste Ort für einen Abend auf dieser Insel aus Tausendundeiner Nacht ist ein Diwan hoch über den rostigen Dächern von Stone Town: Im Dachrestaurant des Hotels „Emerson and Green“ (www.zanzibar.org), hineingeworfen in ein Meer aus bestickten Kissen und der Aussicht, gleich die Sonne in den Indischen Ozean tropfen zu sehen.

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