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Algerien : Posse um vermißte deutsche Touristen

  • Aktualisiert am

Die Wüste in Südalgerien gilt als gefährlich Bild: dpa/dpaweb

Mehrere Tage waren fünf deutsche Touristen in Algerien verschwunden, die Medien witterten eine Entführung durch Extremisten. Jetzt sind sie wieder aufgetaucht - mit gestohlenen Antiquitäten im Gepäck.

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          Fünf in Südalgerien vermißte Deutsche sind nach offiziellen Angaben wohlbehalten und gesund aufgefunden worden, werden jetzt allerdings des Diebstahls bezichtigt. Die deutschen Touristen waren bereits am Samstagabend nach einer ausgedehnten Suche der Sicherheitsbehörden entdeckt worden.

          „Sie wurden gegen elf Uhr am Samstagabend sicher und gesund in ihrem Fahrzeug innerhalb des Nationalparks von Tassili 95 Kilometer südlich von Djanet in der Provinz Illizi gefunden", teilte das Ministerium mit. Die Urlauber hätten ihren Führer am Dienstag sitzen lassen, der für ihren Besuch und ihre Sicherheit verantwortlich gewesen sei. Man habe bei den fünf Deutschen geschützte archäologische Stücke gefunden. Die Betroffenen hätten deshalb und wegen des Verstoßes gegen das Tourismus-Gesetz, daß die Bewegungsfreiheit in dem Land regle, mit strafrechtlicher Verfolgung zu rechnen. Das Auswärtige Amt in Berlin ist von den algerischen Behörden offiziell über die wieder aufgetauchten Touristen informiert worden. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.

          Auswärtiges Amt warnt vor Reisen in die Region

          Zuvor hatte es bereits mehrmals widersprüchliche Angaben über das Schicksal der fünf Deutschen gegeben. Am Samstag hatte der algerische Rundfunk Tourismusminister Mohamed Seghir Kara mit den Worten zitiert, die Urlauber seien gefunden worden. Am Abend veröffentlichte das Ministerium ein „kategorisches Dementi“ dieser Information. Die Äußerungen seien irrtümlich Kara zugeschrieben worden.

          Die Deutschen verschwanden nach örtlichen Medienberichten am Mittwoch, als sie ihr Führer in der Stadt Illizi kurz alleine ließ, um auf einer Polizeiwache einige Formalitäten für die Weiterreise zu erledigen. Illizi liegt rund 1.700 Kilometer südlich der Hauptstadt Algier.

          Mit dem Auftauchen der Touristen endet zumindest die Verwirrung über ihren Verbleib. Das Tourismusministerium hatte zuvor anders lautenden Berichten des staatlichen algerischen Rundfunks vom Samstag widersprochen, die Touristen seien wieder aufgetaucht. Obwohl Tourismusminister Mohamed Seghir Kara am Samstag ausgeschlossen hatte, daß die Touristen entführt wurden, machten Spekulationen über eine Geiselnahme die Runde. Algerische Medien hatten berichtet, die Vermißten könnten von der selben Rebellengruppe verschleppt worden sein, die im vergangenen Jahr 32 europäische Reisende, darunter 16 Deutsche, in ihre Gewalt gebracht hatte.

          Damals hatte sich die moslemische Rebellengruppe GSPC, die Verbindungen zur Al-Qaida-Organisation Usama bin Ladins hat, zu der Entführung bekannt. Eine aus Deutschland stammende Frau war während der Geiselhaft an Herzversagen gestorben. Die übrigen Geiseln hatten die Entführer zwischen Mai und August 2003 nach und nach freigelassen. Seitdem warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in die Region.

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