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Airlines : Zielgruppe: Urlauber und Geschäftsreisende

  • -Aktualisiert am

Geschäftsreisende wollen Komfort - für wenig Geld Bild: dpa

Firmen geben immer weniger für die Dienstreisen ihrer Mitarbeiter aus. Die sogenannte Holzklasse ist für Geschäftsleute durch mehr Komfort deutlich attraktiver.

          2 Min.

          Für Fluggesellschaften wird es zunehmend schwieriger, ihre Business-Class-Reihen mit Geschäftsreisenden zu füllen. Denn immer mehr Firmen setzen bei den explodierenden Reisekosten den Rotstift an. Das bestätigt auch der European Corporate Travel Index von American Express. Demnach sind die Flugpreise im Jahresvergleich für die Business Class auf den New-York-Strecken ab Frankfurt, London, Amsterdam und Rom zwischen 9,2 und 20,2 Prozent gestiegen.

          Wenn es darum geht, ihren Mitarbeitern die Einsparungen im Reisetat schmackhaft zu machen, greifen einige Firmen auch zu unkonventionellen Maßnahmen. So hat Ciba Vision USA zu diesem Zweck gar ein eigenes Programm mit Namen "Catch a rising star" aufgelegt. Die Mitarbeiter der Novartis-Tochter aus Atlanta erhalten so bis zu 1.000 US-Dollar zusätzliches Gehalt, wenn sie Langstreckenflüge in der Economy Class absolvieren. Das Einsparpotenzial wird allein für Ciba Vision USA auf 750.000 US-Dollar pro Jahr geschätzt. Ein für alle Airlines alarmierendes Beispiel, das, sollte es Schule machen, zu empfindlichen Einbußen führen würde. Mit ihrer neuen Wunderwaffe Sonderklasse hoffen die Airlines die drohenden Umsatzeinbußen zu vermindern. Ob der Spagat zwischen den gewachsenen Ansprüchen Business Class-verwöhnter Geschäftsreisender einerseits und sparwütigen Unternehmen andererseits gelingt, bleibt abzuwarten.

          Eco teurer verkaufen, statt Dumping

          Die schrumpfenden Firmen-Reiseetats sind allerdings nicht der alleinige Auslöser der Begeisterung der Airlines für die neue Klassengesellschaft. Angesichts der derzeitigen konjunkturellen Lage und vor allem aufgrund der zunehmenden Konkurrenz, sahen sich viele Airlines unter Zugzwang. Anstatt den ruinösen Preiskampf fortzusetzen und nach den Eco-Tarifen nun auch die Business- und First Class-Tarife zu reduzieren, die derzeit noch für den Hauptgewinn sorgen, wurde bei der Economy Class angesetzt. Die Losung ist dabei ebenso so einfach wie genial. Für etwas mehr Sitzkomfort werden wieder ansprechende Eco-Preise verlangt.

          Nicht nur im Geschäftsreisende im Blick

          Doch nicht alle Sonderklassen sind auch mit der Zielgruppe Geschäftsreisende konzipiert. Dazu ist die Infrastruktur in einigen Flugzeugkabinen zu wenig auf diese Klientel ausgerichtet. Bei der Eva Air steht für die gesamte Evergreen Deluxe Klasse nur ein Telefon zur Verfügung und in puncto Laptop-Anschluß muss die Airline gänzlich passen. Noch dürftiger sieht es bei der Garuda aus, die keines von beiden anbietet. Hier hatten die Marketing Manager der Airlines wohl eher die stetig wachsende Zahl von Urlaubsreisenden vor Augen, die gegen eine geringe Gebühr etwas mehr Luxus genießen wollen.

          Die Mehrheit der Airline-Neueinsteiger in die Sonderklasse setzt aber zugleich auch auf die Geschäftsreisenden. Bei SAS, British Midland und British Airways kommen ein eigenes Telefon und ein Laptop-Anschluß am Sitzplatz den Wünschen zahlreicher Business Traveller schon sehr nahe. Bleibt nur noch abzuwarten, wann der nächste Airline-Riese auf die neue Klasse setzt. Bei der Lufthansa hält man bisher allerdings noch wenig von der neuen Klasse. Fragt sich nur, wie lange noch.

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