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Ägypten : Auswärtiges Amt rät von Reisen auf den Sinai ab

  • Aktualisiert am

Nach den furchtbaren Anschlägen in Ägypten wird dennoch nicht generell von Urlaubsreisen in das Land abgeraten. Doch im Sinai, mit dem bei Deutschen beliebten Sharm el Sheik, sieht die Lage anders aus.

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          Eine offizielle Reisewarnung für Ägypten wollte das Auswärtige Amt auch nach den furchtbaren Bombenanschlägen gegen Hotels und Touristenziele auf der Sinai-Halbinsel nicht aussprechen. Allerdings raten die Sicherheitsexperten der Behörde von Reisen auf die Sinai-Halbinsel nachdrücklich ab. Die brutalen Anschläge wurden vornehmlich auf touristische Ziele verübt, in denen viele Israelis Urlaub machen. Auf der Sinai-Halbinsel liegt jedoch auch der Badeort Sharm el Sheik, der bei Deutschen sehr beliebt ist.

          Reisehinweise haben rechtlich nicht die gleiche Bedeutung wie Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes. Erst im letztgenannten Fall ist es möglich, von einem Reiseveranstalter die kostenlose Stornierung einer Buchung zu verlangen. Bislang sind die Urlauber auf die Kulanz der Veranstalter angewiesen.

          Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen

          An den Flughäfen in Kairo, Hurghada, Sharm el Sheikh, Luxor, Assuan und Marsa Alam seien erhöhte Sicherheitsmaßnahmen ergriffen worden. Passagiere und Gepäck würden verstärkt kontrolliert. Hierdurch könne es zu längeren Wartezeiten bei der Abfertigung sowie zu Verspätungen im Flugverkehr kommen.
          Bereits seit den Anschlägen am 11. September 2001 werden in besonderem Maße auch Ägyptenreisende auf die weltweite Gefahr terroristischer Anschläge in Orten mit Symbolcharakter hingewiesen.

          Die neuen Sicherheitshinweise, von denen die ersten drei Sätze aktualisiert wurden, im Wortlaut: "Nach den Anschlägen vom 7. Oktober gegen Hotels und Touristenziele in der Sinai-Halbinsel muß die weitere Entwicklung der Lage sorgfältig verfolgt werden. Bis auf Weiteres wird von Reisen in die Sinai-Halbinsel abgeraten.“ Nach bisherigen Erkenntnissen seien keine Deutschen von den Anschlägen am späten Donnerstagabend betroffen.

          Tourismus in Ägypten hatte sich gerade erholt

          In den klassischen ägyptischen Touristenzielen im Niltal und in Hurghada sei die Lage weiterhin ruhig. Kurzfristige Verschlechterungen seien allerdings möglich. Reisende sollten sich von Demonstrationen und größeren Menschenansammlungen fern halten.

          Der Tourismus in Ägypten erholt sich gerade von mehreren Rückschlägen in den vergangenen Jahren durch die Flugzeug-Attentate vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten und dem Irak-Krieg im vorigen Jahr. Mit TUI reisten im vorigen Jahr 145.000 Urlauber nach Ägypten, davon gut 80.000 aus Deutschland. In diesem Jahr dürften es deutlich mehr als 200.000 werden, nachdem sich die Sommerbuchungen in Deutschland für Ägypten verdoppelt hätten, sagte TUI-Sprecher Köpers.
          Auch bei Thomas Cook verzeichnet Ägypten zweistellige Buchungszuwächse. In diesem Jahr rechnet Cook konzernweit mit 350.000 Ägypten-Urlaubern, davon die Hälfte aus Deutschland. Die TUI-Aktie verlor zunächst leicht um ein Prozent, notierte aber am Nachmittag mit einem halben Prozent im Plus bei 15,78 Euro.

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