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Comeback der A380 : Totgesagte leben länger

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Renaissance der Riesen: Viele Airlines holen die A380 zurück von den Rollfeldern, auf denen sie geparkt wurden. Bild: Jean-Louis Delezenne

Der große Airbus A380 war auch ein großer wirtschaftlicher Flopp. Nun aber steigt die Nachfrage nach Flügen so stark, dass der Gigant ein Comeback feiert.

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          Es herrschte Volksfeststimmung an der Landebahn des Flughafens Tokio-Narita am vergangenen Sonntag. Tausende Japaner drängten sich am Flughafenzaun, nur um ein einziges, lange erwartetes Flugzeug landen zu sehen: die dritte A380 für All Nippon Airways (ANA). Das Virus sorgte dafür, dass die letzte von drei A380 für ANA seit Anfang 2020 verloren im Hamburger Airbus-Werk Finkenwerder an der Elbe herumstand und nicht geliefert werden konnte. Dabei erwarteten ihre Fans sie sehnsüchtig – denn „Ka La“ (Sonnenuntergang auf Hawaiianisch), so ihr Name, macht endlich die Familie der fliegenden Meeresschildkröten komplett. ANA hat alle A380 knallbunt mit Schildkröten bemalt, da sie die Riesen ausschließlich für den Hawaii-Verkehr nutzt.

          Das farbenfrohe Äußere dient einem guten Zweck, denn die auf Hawaii „Honu“ genannten Meerestiere sind akut bedroht. Zur Feier der Komplettierung der „Flying Honu“ genannten A380-Kleinfamilie tanzten auf dem Rollfeld vergangene Woche infantile Darsteller in plüschigen Schildkröten-Kostümen in den Bonbonfarben der Flugzeugbemalungen. Was das Ganze aber auch zeigte: Die A380 ist bei Reisenden und Flugzeugfans ungebrochen populär – und sie erlebt weltweit gerade ein ungeahntes Comeback, von dem noch vor Monaten niemand geträumt hätte.

          Seit die Impfquoten weltweit steigen und Geimpfte immer mehr Reisefrei­heiten zurückerhalten, steigen die Buchungszahlen für Flugreisen sprunghaft an. Anfang der Herbstferien war an deutschen Flughäfen, besonders am Hauptstadtflughafen, zu besichtigen, zu welchem Chaos die Engpässe in der durch die Pandemie ausgezehrten Infrastruktur führen.

          Wo parkt unsere A380-Flotte?

          Vor allem die bevorstehende Öffnung der USA für alle geimpften Reisenden ab 8. November hat die Onlineflugbuchungen um dreistellige Prozentzahlen nach oben schnellen lassen – die britische Virgin Atlantic Airways verzeichnete Zuwächse um 600 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wo fast gar nichts ging.

          Plötzlich besinnen sich die Airlines darauf, dass doch noch irgendwo eine eigentlich schon abgeschriebene A380-Flotte steht, die jetzt perfekt zur akuten Problemlösung taugt. Ein gutes Beispiel ist British Airways (BA), die ab November zunächst vier ihrer zwölf eingemotteten Riesen wieder fliegt. Und – A380-Fans aufgepasst – im November sogar täglich auf einem Morgenumlauf von London-Heathrow nach Frankfurt und zurück. Der Komfort eines eigenen Business-Class-Abteils ist dafür schon zum Schnäppchenpreis ab etwa 260 Euro hin und zurück buchbar. Mit solchen Kurzstrecken muss BA erst wieder ausreichend Besatzungen trainieren, um die A380 dann im Winter nach Los Angeles, Miami und Dubai schicken zu können.

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