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Reaktionen auf Nobelpreis : „Zwei großartige Preisträger“

  • Aktualisiert am

Denis Mukwege, einer der beiden neuen Friedensnobelpreisträger Bild: EPA

Die Auszeichnung von Nadia Murad und Denis Mukwege mit dem Friedensnobelpreis wird international und auch in Deutschland begrüßt. Die Bundeskanzlerin gratuliert den Preisträgern.

          Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung hat seiner Sonderbotschafterin Nadia Murad zum Friedensnobelpreis gratuliert. Murad habe sich die Ehre durch ihr großes Engagement wohl verdient, erklärte UNODC-Direktor Juri Fedotow am Freitag in Wien. Die Jesidin aus dem Irak, selbst ein Opfer sexueller Gewalt der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS), sei eine mutige und kräftige Stimme für alle ihre Leidensgenossinnen. Sie setze sich entschlossen für die Opfer ein und verlange eine Bestrafung der Täter, hielt Fedotow fest. Das UNODC ernannte Murad im September 2016 zu seiner Sonderbotschafterin für Überlebende von Menschenhandel.

          Der Friedensnobelpreis 2018 geht neben Murad auch an den kongolesischen Arzt Denis Mukwege. Damit würdigt das norwegische Nobelkomitee deren Einsatz zur Bekämpfung sexueller Gewalt als Waffe in Kriegen und Konflikten.

          Das Büro der UN-Hochkommisarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, würdigte den „unermüdlichen Aktivismus und außergewöhnlichen Mut“ der Preisträgerin Murad. Dem ebenfalls ausgezeichneten Arzt Mukwege dankte sie für seinen „furchtlosen Beitrag für die Menschenrechte von Frauen“. Die beiden inspirierten alle, für Menschenrechte einzutreten, erklärte Bachelet.

          Nadi Murad, Überlebende des „Islamischen Staates“ und zweite Trägerin des Friedensnobelpreises

          Stoltenberg lobt Kampf gegen „dunkelste Verbrechen“

          Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg dankte Mukwege und Murad auf Twitter für ihre „unermüdlichen Bemühungen“, das „dunkelste Verbrechen – sexuelle Gewalt als Kriegswaffe“ zu beleuchten und zu einem Ende zu bringen. Auch die EU-Kommission gratulierte den beiden für ihre „wirklich noble Arbeit“.

          Unicef nannte die Preisvergabe „ein Signal an die Welt, dass Gewalt gegen Mädchen und Frauen ein schreckliches Verbrechen ist und eine Ermutigung für alle, die dagegen kämpfen“. Murad und Mukwege kämpften gegen Scham, Schweigen und Ohnmacht, erklärte Christian Schneider, Geschäftsführer von Unicef Deutschland.

          Positive Reaktionen auch aus Deutschland

          Auch von deutschen Politikern kamen Reaktionen auf die Auszeichnung. Die Bundesregierung gratulierte den Preisträgern. Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte am Freitag im Namen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): „Das sind zwei großartige Preisträger, die beide für sich für den Schrei nach Menschlichkeit stehen – inmitten unvorstellbarer Grausamkeiten, die Menschen anderen Menschen antun.“

          Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) schrieb auf Twitter: „Meinen herzlichen Glückwunsch und tiefempfundenen Dank, Denis Mukwege und Nadia Murad! Ihr Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen verdient nicht nur den #Friedensnobelpreis, sondern unser aller Unterstützung. In Deutschland und in der ganzen Welt.“ Auch Maas' Parteifreund Martin Schulz gratulierte den Preisträgern und dem Nobelpreiskomitee „zu dieser herausragenden Entscheidung“.

          Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter, bezeichneten die Verleihung in einer Mitteilung als „ein starkes Signal dafür, dass die Weltgemeinschaft sexuelle Gewalt als 'billige Kriegswaffe' endlich scharf verurteilen muss.“ Der grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, nannte Murad eine „unglaublich starke, junge Frau“. Sie mache „uns allen deutlich, dass sie sich nicht als Opfer des sogenannten 'Islamischen Staates' verstehen wollte, sondern als Überlebende mit Mut und Würde“. Auch weiterhin werde man Nadia Murad „eine Heimat in unserem Land bieten, sie beschützen und in ihren Aufgaben als UN-Sonderbotschafterin unterstützen.“ Murad lebt seit ihrer Flucht aus der Gefangenschaft des „Islamischen Staates“ in Baden-Württemberg.

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