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Reaktionen auf die Einigung : Barroso: Ein sehr solider Schritt nach vorn

  • Aktualisiert am

EU-Kommissionspräsident Barroso (links) und Ratspräsident Herman Van Rompuy erläutern am Donnerstagmorgen die Ergebnisse des Gipfels Bild: dapd

Die Einigung über die Erweiterung der EFSF und den Schuldenschnitt für Griechenland hat im In- und Ausland für Erleichterung gesorgt: Nun könne Griechenland seine aus der Vergangenheit herrührenden Probleme ein für allemal lösen, sagte Griechenlands Ministerpräsident Papandreou.

          Nach der Einigung auf einen Schuldenschnitt für Griechenland von 50 Prozent haben sich alle an den Verhandlungen Beteiligten sowie Politiker im In- und Ausland erleichtert gezeigt. Es gehe um eine nachhaltige Lösung für Griechenland, sagte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy. „Die Situation hat sich zu einem systemischen Problem entwickelt, dem wir begegnen mussten.“ Dem sei man mit der Einigung auf den Schuldenschnitt gerecht geworden, ebenso wie mit der Erweiterung des Euro-Rettungsschirms und zur Bankenrekapitalisierung. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nannte die Einigung einen „sehr soliden Schritt nach vorne“.

          Der scheidende Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, sagte: „Es ist gut, dass die Entscheidungen gefallen sind, und ich vertraue darauf, dass die Orientierungen in die richtigen Richtung gehen. Vor der Umsetzung liege aber noch „harte Arbeit“. IWF-Chefin Christine Lagarde sagte: „Es war viel Arbeit, aber sie war die Mühe wert.“

          Auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat den Schuldenschnitt begrüßt. „Wir sind sehr zufrieden mit der erreichten Einigung“, sagte er in seiner Funktion als Vorsitzender des Internationalen Bankenverbandes (IIF). „Alle Parteien haben anerkannt, dass nicht nur die Zukunft Griechenlands, sondern auch die Zukunft Europas auf dem Spiel stand.“

          Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou nannte den vom Euro-Gipfel vereinbarten 50-prozentigen Schuldenschnitt für sein Land „nachhaltig“. Nun könne Griechenland seine aus der Vergangenheit herrührenden Probleme ein für allemal lösen, sagte Papandreou am Donnerstagmorgen in Brüssel. Er hoffe auf eine gute Zukunft für Griechenland und Europa. Von 2012 an werde sein Land kein neues Defizit mehr vorlegen. Allerdings könnten einige griechische Banken als Ergebnis des Schuldenschnitts vorübergehend verstaatlicht werden.

          Die Euro-Länder hatten in der Nacht ein neues Rettungspaket verabschiedet, das einen Schuldenerlass der privaten Gläubiger von nominal 50 Prozent der rund 200 Milliarden Euro ausstehenden Staatsanleihen vorsieht. Nach Verhandlungen bis tief in die Nacht erklärte sich der internationale Bankenverband IIF bereit, eine entsprechende „freiwillige“ Vereinbarung zu entwickeln. Griechenlands Schulden sollen über einen im Januar beginnenden Anleihetausch um 100 Milliarden Euro sinken. Der Euro-Rettungsfonds EFSF soll den betroffenen Banken, Fonds oder Versicherungen eine Absicherung von 30 Milliarden Euro gewähren. Zudem erhält Griechenland vom EFSF ein zweites Kreditpaket von 100 Milliarden Euro bis 2014.

          Auch Weltbankchef Robert Zoellick begrüßte die Einigung der europäischen Staats- und Regierungschefs. Die am Mittwoch beschlossenen Maßnahmen könnten dazu beitragen, dass sich die finanziellen Verwerfungen nicht auf die Märkte der Schwellenländer ausbreiteten, die die Hälfte des weltweiten Wirtschaftswachstums beitragen, teilte Zoellick am Donnerstag in Manila mit. Die nun vereinbarten Schritte könnten allerdings nur ein erster Schritt sein, mahnte er. Nun sei es wichtig, dass die schwierigen Maßnahmen auch umgesetzt und die Grundlage für weiteres weltweites Wirtschaftswachstum gelegt würden.

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