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Grünen-Chef im F.A.Z.-Gespräch : „Afrika braucht Fortschritt, keine Entmündigung durch Konzerne“

Bild: FAZ.NET

Lehrer werden, statt Auberginen pflücken – das ist Robert Habecks Hoffnung für die Kinder in Sambias Dörfern. Doch den multinationalen Konzernen will er die Auberginen auch nicht überlassen.

          Den Grünen schwebt nicht vor, kleinbäuerliche Strukturen in Afrika auf ewig zu konservieren. Im Gespräch mit der FAZ.NET sagte der Bundesvorsitzende der Partei Robert Habeck, Afrikas Dörfer bräuchten vielmehr eine Entwicklungsperspektive.

          Jan Grossarth

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          ,,Ich glaube, dass wir uns hüten müssen zu sagen: Wir schützen eure intakten Strukturen", sagte er. ,,Das hieße etwa, so zu denken: Wir wollen, dass ihr eure Auberginen auf euren Märkten verkaufen könnt, ohne dass wir euch eure Märkte kaputt machen – und gleichzeitig sagen wir, dass eure Kinder auch Auberginen verkaufen werden, und eure Kindeskinder werden auch Auberginen verkaufen, und eure Kindeskindeskinder."

          „Dann stellt man eigentlich Fortschritt in Abrede“

          Die unterentwickelten Regionen Afrikas bräuchten mehr Arbeitsteilung. Das heiße, dass ,,einige Landwirte produktiver sein müssen als im Moment alle Landwirte, damit andere an anderen Stellen frei werden, um sich ökonomisch oder auch in der Bildung zu betätigen. Wenn man das in Abrede stellt, dann stellt man eigentlich Fortschritt in Abrede – und das möchte ich nicht“.

          Globale Lebensmittelkonzerne sieht Habeck gleichwohl als Bedrohung der bäuerlichen Versorgung. Sonst könne es eines Tages so sein, dass ,,niemand mehr was anbaut, außer niederländische oder dänische Konzerne", so Habeck. Denn sonst sei die Grenze überschritten, ,,wo der Fortschritt zu einer Entmündigung führt – also wo die Gesellschaft nicht mehr entscheiden kann, welche Art von Produkten, Zusammenhalt, Entwicklung und Anbau will sie eigentlich. Dann ist es zu viel“.

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