https://www.faz.net/-ilp-95v7i

Afrikanische Schweinepest : Bauernverband will 70 Prozent aller Wildschweine töten

  • Aktualisiert am

Wildschweine in einem Tierpark in Schleswig-Holstein Bild: dpa

Gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es keinen Impfstoff – und sie rückt über Russland und das Baltikum immer näher an Deutschland ran. Nun fordert der Bauernverband drastische Schutzmaßnahmen.

          1 Min.

          Zur Vorbeugung gegen die Afrikanische Schweinepest fordert der Bauernverband den Abschuss von 70 Prozent der Wildschweine in Deutschland. Auch die Tötung von Muttertieren und Frischlingen müsse erlaubt werden, sagte der Vizepräsident des Bauernverbandes, Werner Schwarz, der in Düsseldorf erscheinenden Zeitung „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). Das Leid der Tiere bei einer Jagd sei deutlich geringer als durch die Pest. Zudem werde kein Jäger „das Muttertier erlegen und die Frischlinge laufen lassen“.

          Bauernpräsident Joachim Rukwied warnte, ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland würde „katastrophale Folgen“ für die Schweinehalter haben. „Die Märkte würden zusammenbrechen“, sagte er der Zeitung „Heilbronner Stimme“ (Freitagsausgabe). Deshalb müssten „alle Abwehrmaßnahmen gegen die Tierseuche ergriffen werden“.

          Die Tierseuche breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. Für Menschen ist sie nicht ansteckend. Allerdings fürchtet die Landwirtschaft Milliardenschäden für den Sektor und eine Existenzkrise für viele Unternehmen, sollte es das Virus bis nach Deutschland schaffen. Einen Impfstoff gibt es nicht.

          Der Bauernverband will am Freitag in Berlin mögliche Präventionsmaßnahmen vorstellen. Dazu soll laut „Rheinischer Post“ gehören, dass Polizisten bei Grenzkontrollen Hunde einsetzen, die auf Nahrungsmittel anschlagen. Erntehelfer müssten in ihren Sprachen informiert werden und Verpflichtungserklärungen unterschreiben. Schweinehaltende Betriebe müssten für die Reinigung und Desinfektion von Transportern sorgen.

          Topmeldungen

          Klug gewählte Metapher: Auf jeder deutschen Notbremse steht „Missbrauch strafbar“.

          Corona-Notbremse : Es brennt

          Unheilspropheten sehen in der geplanten bundesweiten Notbremse einen Anschlag auf die Demokratie. Dabei ist sie kein Putschgesetz, sondern ein pragmatisches Instrument. Jeder Tag zählt.
          Im rheinland-pfälzischen Wissen wird Fichtenholz zum Transport nach China in Überseecontainer verladen.

          Zunehmende Knappheit : Panik am Holzmarkt

          Auf Baustellen wird das Holz knapp. Sägewerke kommen nicht mehr nach, Amerikaner zahlen das Dreifache – und das „Käferholz“ wandert containerweise nach China. Klar ist nur eins: Bauen wird teurer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Race to Feed the World

          Race to Feed the World ist ein Projekt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, gefördert durch das European Journalism Centre über dessen Programm „Innovationen im Entwicklungsjournalismus“.faz.net/feedtheworld